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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Hermes A. Kick Symbolbildung und Grenzsituation im prozessdynamischen Forschungsansatz

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Hermes A. Kick

Einleitung

Entstehung, Entwicklung und Transformation von Symbolen sind verknüpft mit der Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins. Zugleich sind Symbole auch verbunden mit Mitwelt und gesellschaftlichen Verhältnissen: Sie sind gleichsam als Gelenke, Dreh- und Angelpunkte, flexible Verbindungen – Zwischenglieder – zwischen Person und Situation. Symbole mögen entstehen und vergehen, unverzichtbar sind sie allemal und zwar vor allem anderen zur Verständigung des Menschen mit sich selbst und zur Kommunikation der Menschen untereinander über Zuständlichkeiten und Ziele, und dies unter dem Aspekt einer Stimmigkeit in der Situation, die Vertrauen rechtfertigt. Freilich, nicht jede Symbolofferte rechtfertigt Vertrauen, vielmehr bedarf es hier der Unterscheidung. Symbole können ihres Sinnes entleert oder durch Befrachtung mit nicht lebensdienlicher Bedeutung zum Symptom degenerieren, damit zum vorläufigen Zeichen des Scheiterns. Letztere können freilich dennoch für den, der zu hören versteht, zugleich als Aufruf gehört werden hin zu einer Auseinandersetzung, dass aus Krise und Scheitern neuer Sinn entstehe. Die prozessdynamische Betrachtungsweise, die im Folgenden in den Blick kommen soll, hat somit sowohl psychopathologische wie auch existentiell kreative Prozessvarianten zu berücksichtigen. Mit der Symbolentstehung, ihrem Scheitern oder Gelingen, sei es als immanente Weiterentwicklung oder als Transzendierung, verbinden sich Überlebensfragen für die Gesellschaft und das Individuum.

Natürlich kann man die Überlebensfragen des Individuums wie der Menschheit empirisch-analytisch zunächst als eine Unzahl ungelöster Einzelprobleme erfassen und technokratisch darstellen. Hierzu gehört beispielsweise die Zunahme der Weltbevölkerung, dazu...

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