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Medizin und Sprache – die Sprache der Medizin

Medycyna i język – język medycyny

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Edited By Eva Brinkschulte, Fritz Dross, Anita Magowska, Marcin Moskalewicz and Philipp Teichfischer

Medizin und Sprache – die Sprache der Medizin lautete das Thema der 14. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin. Der Tagungsband umfasst 17 Beiträge, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Verhältnis von Sprache und Medizin thematisieren. Die Autoren diskutieren die medizinische Fachsprache als internes und externes Kommunikationsmittel hinsichtlich ihres terminologischen und pragmatischen Wandels sowie hinsichtlich ihrer Transformation in Formular-, Bild- und Zahlensprachen. Sie betrachten medizin- und sprachhistorische sowie bild- und kommunikationstheoretische Aspekte für den Zeitraum vom 14. bis zum 20. Jahrhundert.
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Zur therapeutischen Wirkung von Musik im musiktheoretischen Diskurs des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts Muzyczno-teoretyczna nauka o afektach w dyskursach medycznych

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Julian Heigel

Zur therapeutischen Wirkung von Musik im musiktheoretischen Diskurs des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts

Muzyczno-teoretyczna nauka o afektach w dyskursach medycznych

Mein Beitrag beschäftigt sich aus einer musikhistorischen Perspektive mit der Sprache der Medizin. Im 17. und 18. Jahrhundert wird unter dem Begriff des Affekts eine Repräsentationsform von Emotionen verhandelt, die einerseits religiös-ethische Einschreibungen erfährt und die andererseits eng verbunden ist mit dem Gesundheits- und Krankheitsdiskurs. Die richtige ‚Mixtur‘ der Affekte wird ähnlich wie die Balance der vier Körpersäfte als entscheidend für die physische und psychische Gesundheit eines Menschen angesehen und in diesem Sinne lassen sich die Affektlehren von Descartes oder Spinoza als Vorläufer der modernen Psychophysiologie beschreiben. Historische Konzepte der Affektregulierung – moraltheologisch oder medizinisch motiviert – bedienen sich in der Regel der Idee der mechanistischen Opponierung von unterschiedlichen Affekten. ‚Negative‘ Affekte werden also gedämpft oder zurückgedrängt, indem ihnen bestimmte ‚positive Affekte‘ entgegengesetzt werden. Als affektsteuerndes Mittel gilt neben zahlreichen anderen auch die Musik, der eine besonders hohe affektive Wirkkraft zugeschrieben wird. Die musiktheoretischen Affektlehren von Athanasius Kircher, Johann Mattheson oder Friedrich Wilhelm Marpurg schließen die musikalische Affektion ebenfalls an körperlich-sinnliche Vorgänge an. So charakterisiert Mattheson beispielsweise weite Intervalle als ein Ausweiten der Lebensgeister und enge Intervalle als ein krankhaftes Zusammenziehen des Körpers. Die therapeutische Funktion von Musik als Beruhigungs- oder Regenerationsmittel und auch ihr Gegenteil, nämlich die affektmäßige Destruktion, sind also...

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