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Das anwaltliche Mandantengespräch

Linguistische Ergebnisse zum sprachlichen Handeln von Anwalt und Mandant

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Ina Pick

Diese gesprächslinguistische Studie untersucht das anwaltliche Mandantengespräch auf einer breiten Datengrundlage authentischer Gesprächsaufnahmen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten und arbeitet typische kommunikative Formen und Probleme heraus. Mandantengespräche gehören zum beruflichen Alltag der meisten Anwälte und Anwältinnen, die Gesprächsführung gilt zudem als eine juristische Schlüsselqualifikation. Mit einem theoretisch und methodisch mehrdimensionalen Zugang werden Gesprächsphasen, kommunikative Aufgaben und verschiedene zentrale sprachliche Handlungsmuster rekonstruiert und miteinander in Bezug gesetzt. Fragebögen und Interviews mit den Beteiligten sowie die Auswertung von Praxisliteratur aus Anwaltssicht ergänzen die Analysen im Sinne einer Angewandten Gesprächsforschung. Die Arbeit wurde mit dem «Förderpreis Sprache und Recht 2014 der Universität Regensburg», dem «Dissertationspreis 2014 der TU Dortmund» sowie dem «Peter-Lang-Nachwuchspreis – Geisteswissenschaften» ausgezeichnet.
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B Theoretischer Überblick

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Der folgende theoretische Überblick dieser Arbeit ist in drei Kapitel untergliedert.

Zuerst wird in Kapitel 2 das Mandantengespräch als Untersuchungsgegenstand näher bestimmt. Hier wird auf die Beteiligten des anwaltlichen Erstgesprächs eingegangen, indem die Rollen des Rechtsanwalts und seine Stellung im Rechtssystem beleuchtet werden und indem Untersuchungen zu Mandanten und deren Voraussetzungen, typischen Problemfeldern und Einschätzungen zur Rechtswelt und ihren Akteuren dargestellt werden. Darüber hinaus wird die Vor- und Nachgeschichte des Mandantengesprächs beschrieben, um es institutionell verorten zu können. Dieser Beschreibung des Mandantengesprächs folgt ein Literaturüberblick zu anwaltlichen Mandantengesprächen auf der Basis authentischer Daten sowie auf der Basis anderer methodischer Zugänge. Dieser Literaturüberblick wird eingebettet in einen breiteren Überblick über Ergebnisse im Gebiet Sprache und Recht, in dem auch das Mandantengespräch zu verorten ist. Hier soll vor allem auf Arbeiten mit gesprächslinguistischem Hintergrund näher eingegangen werden, andere verschiedene Forschungsfoki in diesem Feld können nur angerissen werden.

In Kapitel 3 wird ein Überblick über institutionelle Expertenberatung gegeben. Dazu werden zunächst Merkmale von Beratung und Beratungsgesprächen aufgegriffen, die linguistisch bereits erarbeitet wurden. Diese werden miteinander in Beziehung gesetzt, um ein Verständnis von Beratungsgesprächen zu entwickeln, das davon ausgeht, dass alle Beratungsformate ein Bündel an Merkmalen teilen, die je nach Format verschieden ausgebildet sind. Entlang dieser Merkmale wird das anwaltliche Erstgespräch verortet. Daraufhin wird ein Überblick über Ergebnisse zur Expertenberatung in verschiedenen institutionellen Handlungsfeldern gegeben. Dieser schafft den Rahmen, innerhalb dessen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit einzuordnen sind.

Der Aufbau und Ablauf des Projektes und das Vorgehen bei der Analyse wird in Kapitel 4 beschrieben. Hier wird die Wahl des Forschungsgegenstandes begründet, die Datenerhebung und -aufbereitung skizziert und das Korpus präsentiert. Darüber hinaus werden hier die theoretischen Hintergründe und Annahmen, auf denen die Arbeit basiert, skizziert sowie das methodische Vorgehen beschrieben, mit dem das erhobene Korpus untersucht und die Ergebnisse entwickelt wurden.