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Die innerstädtische Auseinandersetzung in Regensburg am Ende der Reichsunmittelbarkeit

Eine historische und rechtliche Untersuchung

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Johannes Kalb

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es in den Reichsstädten zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat. Auch in der Reichs- und Reichstagsstadt Regensburg wurde in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit ein intensiver innerstädtischer Konflikt ausgetragen. Diese Arbeit widmet sich zunächst einer authentischen Darstellung der Auseinandersetzung in Regensburg auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Im weiteren Verlauf erfolgt eine rechtliche Überprüfung der Streitigkeiten am Maßstab des Reichsrechtes.
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A. Einleitung

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A.  Einleitung

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es nach Moser allein bis zum Jahr 1772 in dreißig von insgesamt fünfundfünfzig Reichsstädten Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat.1 Hinzu kommen belegbar fünf weitere Auseinandersetzungen, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts stattfanden.2 Eine von diesen wurde am Beispiel der Reichsstadt Esslingen näher untersucht.3 Die innerstädtischen Streitigkeiten entzündeten sich in der Regel daran, dass das Machtmonopol des Stadtrates infrage gestellt wurde und dessen Misswirtschaft aus Sicht der Bürger nicht mehr hinnehmbar war. Regelmäßig musste der Reichshofrat in Wien als Gericht den Streit juristisch entscheiden. Hierbei ist keine Kontinuität in der Rechtsprechung zu erkennen4, sondern jede der juristischen Auseinandersetzungen ist gesondert zu betrachten. Wenn der Reichshofrat entschied, dann war die Krise nicht mehr von innen heraus zu lösen, sondern es bedurfte des Einschreitens des Kaisers von außen, auch um die Stadt im Reichsverband zu halten. Denn für das Reich bestand stets die Gefahr, dass ein benachbarter Fürst versuchen könnte, eine innenpolitisch uneinige Stadt in seinen Territorialstaat einzuverleiben.5 In der Literatur werden vorwiegend vier Gründe für die Krise der Reichsstädte am Ende des 18. Jahrhunderts angeführt. Eine fortschreitende Oligarchie erlaubte es wenigen Herrschenden, sich jeder Kontrolle zu entziehen. Umschlossen von Flächenstaaten wurden die Reichsstädte durch Zölle und Monopole unter Druck gesetzt, worauf ein wirtschaftlicher Niedergang einsetzte. Aus dieser wirtschaftlichen Schwäche resultierte eine Finanzkrise, welche die allgemeine Krise...

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