Show Less
Restricted access

Die innerstädtische Auseinandersetzung in Regensburg am Ende der Reichsunmittelbarkeit

Eine historische und rechtliche Untersuchung

Series:

Johannes Kalb

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es in den Reichsstädten zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat. Auch in der Reichs- und Reichstagsstadt Regensburg wurde in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit ein intensiver innerstädtischer Konflikt ausgetragen. Diese Arbeit widmet sich zunächst einer authentischen Darstellung der Auseinandersetzung in Regensburg auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Im weiteren Verlauf erfolgt eine rechtliche Überprüfung der Streitigkeiten am Maßstab des Reichsrechtes.
Show Summary Details
Restricted access

C. Innerstädtische Auseinandersetzung

Extract

C.  Innerstädtische Auseinandersetzung

Die Ursache der innerstädtischen Auseinandersetzung, die schließlich vor dem Reichshofrat ausgetragen wurde, ist zunächst die finanzielle Krise der Reichsstadt, die aus eigener Kraft nicht bewältigt werden konnte.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts stieg die Verschuldung der Reichsstadt Regensburg beständig an. Es drohte, wie schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts88, der Bankrott. So bezifferte die Reichsstadt Regensburg in einem Schreiben an den Reichshofrat für das Jahr 1793 den Schuldenstand auf 1 537 595 Gulden.89 Ein Blick auf bayerische kommunale Haushaltsgrundsätze der heutigen Zeit veranschaulicht die angespannte Haushaltslage des damaligen Regensburg. Nach Art. 61 Abs. 1 S. 2 BayGO ist die dauerhafte Leistungsfähigkeit einer Gemeinde sicherzustellen. Zweifel an einer dauerhaften Leistungsfähigkeit bestehen, wenn über einen längeren Zeitraum ein Haushaltsausgleich nicht erreicht wird.90 Dies ist der Fall, wenn der Gesamtbetrag der Erträge den Gesamtbetrag der Aufwendungen nicht erreicht, § 24 Abs. 1 S. 2 KommHV-Doppik. Um einen längeren Zeitraum abzubilden, sind exemplarisch die Ausgaben und Einnahmen (ohne neu aufgenommenes Kapital) der Reichsstadt Regensburg für die Haushaltsjahre 1750, 1767 und 1772 herauszunehmen. Die Einnahmen im Jahr 1750 beliefen sich auf 142 816 Gulden, die Ausgaben auf 178 950 Gulden, somit bestand ein Haushaltsdefizit von 36 134 Gulden. Die Einnahmen im Jahr 1767 beliefen sich auf 145 334 Gulden, die Ausgaben auf 197 491 Gulden, womit ein Haushaltsdefizit von 52 157 Gulden bestand. Im Jahr 1772 wurden Einnahmen von 144 270 Gulden erzielt, denen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.