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Die innerstädtische Auseinandersetzung in Regensburg am Ende der Reichsunmittelbarkeit

Eine historische und rechtliche Untersuchung

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Johannes Kalb

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es in den Reichsstädten zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat. Auch in der Reichs- und Reichstagsstadt Regensburg wurde in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit ein intensiver innerstädtischer Konflikt ausgetragen. Diese Arbeit widmet sich zunächst einer authentischen Darstellung der Auseinandersetzung in Regensburg auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Im weiteren Verlauf erfolgt eine rechtliche Überprüfung der Streitigkeiten am Maßstab des Reichsrechtes.
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F. Zusammenfassung

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F.  Zusammenfassung

Der Ausgangspunkt der Regensburger Auseinandersetzung in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit reicht bis zu dem Ringen zwischen Kaiser und bayerischen Herzog um die Stadtherrschaft in den Jahren 1485 bis 1492 zurück. Nachdem die Reichsstadt Regensburg im Jahr 1486 auf ihre unmittelbare Reichsangehörigkeit verzichtete und sich dem Herzogtum Bayern-München anschloss, haftete der Makel der Reichsuntreue noch bis zum Ende des Reiches der Stadt an. Als im Jahr 1492 Regensburg militärisch in seinen Status der Reichsfreiheit gezwungen wurde, errichtete der Kaiser mit der Regimentsordnung eine städtische Verfassung, um durch Neuordnung der innerstädtischen Verhältnisse eine zukünftige Abtrünnigkeit zu unterbinden. Die Auslegung jener Regimentsordnung in der Fassung von 1514 stand im Zentrum der Regensburger Streitigkeiten zwischen Bürgerschaft und Rat am Ende des 18. Jahrhunderts. Diese Streitigkeiten konnten den Kaiser nicht unberührt lassen. Zum einen betrachtete er die Reichsstädte als sein Kammergut, denn im Reichsgefüge war den Reichsstädten nur ein unterer Rang zuerkannt. Zum anderen sicherte nur ein befriedetes Regensburg den kaiserlichen Einfluss in Süddeutschland.

Regensburg litt, wie viele Reichsstädte im 18. Jahrhundert, an einer finanziellen Krise. Vom großen Wirtschaftsraum Bayerns umschlossen, war das territorial begrenzte Regensburg durch Zoll- und Monopolpolitik des bayerischen Herzogs einer wirtschaftlichen Konkurrenz ausgesetzt, durch die Handel und produzierendes Gewerbe in der Reichsstadt zum Erliegen kamen. Hinzu gab es eine ineffektive innerstädtische Finanzverwaltung, welche ohne politische Kontrolle die laufenden Ausgaben durch Kredit finanzierte. Hierdurch stieg die Schuldenlast...

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