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Wissen in institutioneller Interaktion

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Edited By Alexandra Groß and Inga Harren

Die Beiträge dieses Bandes untersuchen aus einem angewandt-gesprächsanalytischen Zugriff wissensbezogene Aushandlungsprozesse in Gesprächen von Institutionenvertreter/innen mit Klient/innen und ihren Zusammenhang mit institutionellen Aufgaben und Zielen sowie den sozialen Rollen der Interagierenden. Wissen ist in solchen Gesprächen allgegenwärtig: Es bildet in vielfältiger Weise Grundlage und Gesprächsinhalte für professionelles berufliches Handeln und entpuppt sich als interaktional außerordentlich komplex. Die Untersuchung von wissensbezogenen interaktionalen Praktiken, z. B. Praktiken des Wissenstransfers, eröffnet neue Perspektiven auf die institutionelle Praxis. Sie dient damit der – aus angewandter Perspektive angestrebten – Optimierung wissensbezogener kommunikativer Prozesse.
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Anhang: Transkriptionskonventionen1

Anhang: Transkriptionskonventionen1

1. GAT2 (Selting et al. 2009: 391–393)

1.1 Aus dem Minimaltranskript nach GAT2

Sequenzielle Struktur/Verlaufsstruktur:

[ ] Überlappungen und Simultansprechen

[ ]

Ein- und Ausatmen:

°h / h° Ein- bzw. Ausatmen von ca. 0.2–0.5 Sek. Dauer (bei längerer Dauer °hh(h) bzw. hh(h)°)

Pausen:

(.) Mikropause, geschätzt, bis ca. 0.2 Sek. Dauer

(-) kurze geschätzte Pause von ca. 0.2–0.5 Sek. Dauer

(--) mittlere geschätzte Pause von ca. 0.5–0.8 Sek. Dauer

(---) längere geschätzte Pause von ca. 0.8–1.0 Sek. Dauer

(0.5) gemessene Pausen von ca. 0.5 bzw. 2.0 Sek. Dauer

(2.0) (Angabe mit einer Stelle hinter dem Punkt)

Lachen und Weinen:

haha hehe hihi silbisches Lachen

((lacht))((weint)) Beschreibung des Lachens

<<lachend> > Lachpartikeln in der Rede, mit Reichweite

<<<<☺> soo> „smile voice“

Rezeptionssignale:

hm ja nein nee einsilbige Signale

hm_hm ja_a zweisilbige Signale

nei_ein nee_e

ʔhmʔhm, mit Glottalverschlüssen, meistens verneinend

Sonstige Konventionen:

((hustet)) para- und außersprachliche Handlungen u. Ereignisse←243 | 244→

<<hustend> > sprachbegleitende para- und außersprachliche Handlungen und Ereignisse mit Reichweite

( ) unverständliche Passage ohne weitere Angaben

(xxx), (xxx xxx) ein bzw. zwei unverständliche Silben

(solche) vermuteter Wortlaut

((...)) Auslassung im Transkript

Verweis auf im Text behandelte Transkriptzeile

1.2 Aus dem Basistranskript nach GAT2

Sequenzielle Struktur/Verlaufsstruktur

= schneller, unmittelbarer Anschluss neuer Sprecherbeiträge oder Segmente (latching)

Sonstige segmentale Konventionen

: Dehnung, Längung, um ca. 0.2–0.5 Sek. (bei längerer Dehnung entsprechend ::, :::)

ʔ Abbruch durch Glottalverschluss

Tonhöhenbewegung am Ende von Intonationsphrasen

? hoch steigend

, mittel steigend

gleichbleibend

; mittel fallend

. tief fallend

Sonstige Konvention

<<erstaunt> > interpretierende Kommentare mit Reichweite

1.3 Aus dem Feintranskript nach GAT2

Akzentuierung

akZENT Fokusakzent

akzEnt Nebenakzent

ak!ZENT! extra starker Akzent

Lautstärke- und Sprechgeschwindigkeitsveränderungen, mit Extension:

<<f> > forte, laut

<<ff> > fortissimo, sehr laut

<<p> > piano, leise

<<pp> > pianissimo, sehr leise←244 | 245→

<<all> > allegro, schnell

<<len> > lento, langsam

<<cresc> > crescendo, lauter werdend

<<dim> > diminuendo, leiser werdend

<<acc> > accelerando, schneller werdend

<<rall> > rallentando, langsamer werdend

Veränderung der Stimmqualität und Artikulationsweise

<<creaky> > glottalisiert, „Knarrstimme“

<<flüsternd> > Beispiel für Veränderung der Stimmqualität, wie angegeben

2. Jefferson (2004: 24–31)2

Sequenzielle Struktur/Verlaufsstruktur:

[ Onset überlappenden Sprechens

] Offset überlappenden Sprechens

((8 Zeilen)) Markierung einer Auslassung oder zusätzliche Beschreibungen

(0.7) Stille von ca. 0,7 Sekunden Länge

(.) Stille von weniger als 0,2 Sekunden

* markiert in einer Sprecherzeile den Beginn des Nonverbalen

= schneller, unmittelbarer Anschluss neuer Sprecherbeiträge oder Segmente (latching)

Tonhöhenbewegung (am Ende von Intonationsphrasen):

? hoch steigend am Ende einer Intonationsphrase

,? mittel steigend am Ende einer Intonationsphrase

, gleichbleibend am Ende einer Intonationsphrase

. fallend am Ende einer Intonationsphrase

↓↑ Auffällige Tonhöhensprünge nach unten oder oben

^ja ja Tonhöhengipfel auf der ersten Silbe

ja ^ja Tonhöhengipfel auf der zweiten Silbe

Akzentuierung:

wissen Unterstreichen einer oder mehrere Silben oder eines Segments: stärkere Akzentuierung←245 | 246→

Lautstärke- und Sprechgeschwindigkeitsveränderungen, mit Extension:

WISSEN Großbuchstaben: hohe Lautstärke

°wissen° Redeteil nach oder innerhalb von Gradzeichen: geringere Lautstärke

°°wissen°° Redeteil nach oder innerhalb von Gradzeichen: sehr geringe Lautstärke

> < höhere Sprechgeschwindigkeit

< > geringere Sprechgeschwindigkeit

Lachen und Atmen:

(h) Lachpartikeln in der Rede

∙h, ∙hh, ∙hhh Einatmen, je nach Reichweite

Sonstige Konventionen

: Dehnung, Längung

( ) unverständliche Passage ohne weitere Angaben

(wissen) Passage mit vermutetem Wortlaut

Literatur

Egbert, Maria, 2009: Der Reparatur-Mechanismus in deutschen Gesprächen. Verlag für Gesprächsforschung: Mannheim.

Golato, Andrea / Fagyal, Zsuzsanna, 2008: „Comparing single and double sayings of the German response token ja and the role of prosody – A conversation analytic perspective”. Research on Language and Social Interaction, 41(3), 1–30.

Jefferson, Gail, 2004: „Glossary of transcript symbols with an introduction“. In: Lerner, Gene H. (Hrsg.): Conversation analysis. Studies from the first generation. John Benjamins: Amsterdam / Philadelphia, 13–31.

Selting, Margret / Auer, Peter / Barth-Weingarten, Dagmar / Bergmann, Jörg / Bergmann, Pia / Birkner, Karin / Couper-Kuhlen, Elisabeth / Deppermann, Arnulf / Gilles, Peter / Günthner, Susanne / Hartung, Martin / Kern, Friederike / Mertzlufft, Christine / Meyer, Christian / Morek, Miriam / Oberzaucher, Frank / Peters, Jörg / Quasthoff, Uta / Schütte, Wilfried / Stukenbrock, Anja / Uhmann, Susanne, 2009: „Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem“. Gesprächsforschung – Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion 10, 353–402.


1 Aus den gesammelten Transkriptkonventionen nach GAT2 (2009) und dem Jefferson Transkriptionssystem (2004) werden an dieser Stelle lediglich diejenigen aufgeführt, die in den Transkripten der Beiträge verwendet wurden.

2 Zum Asterisk als Markierung des Beginns einer nonverbalen Handlung cf. auch Egbert (2009:34–35), zur Notation von „^ja ja“ vs. „ja ^ja“ cf. Golato / Fagyal (2008).