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Triangulation in der Fremdsprachenforschung

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Daniela Elsner and Britta Viebrock

Fremdsprachenlernen und Fremdsprachenunterricht sind facettenreiche Forschungsgegenstände, deren Untersuchung ein komplexes Design verlangt. Um ein multidimensionales Bild der ablaufenden Prozesse zu erhalten, werden in der fremdsprachlichen Unterrichtsforschung immer häufiger rekonstruktive und interpretative Verfahren mit standardisierten quantitativen Methoden verbunden. Methoden-, Theorie-, Daten- oder Beobachtertriangulation werden zur Überprüfung von Forschungsergebnissen sowie zur Erweiterung von Erkenntnismöglichkeiten eingesetzt. Die Beiträge in diesem Band zeigen die unterschiedlichen Dimensionen des Triangulationskonzepts, seine theoretischen Grundlagen sowie praktische Anwendungen. Sie sind im Anschluss an die zweite forschungsmethodische Sommerschule der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) entstanden.
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Methoden videogestützter Beobachtungsverfahren in der Lehr-Lern-Forschung

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Johannes Appel / Udo Rauin

Mit wachsenden technischen Möglichkeiten erweist sich die Nutzung von Videoaufnahmen zunehmend als praktikable Erweiterung des Methodenrepertoires zur Erforschung von Unterricht. Beobachtungsstudien sind heute durch die Flexibilität des Datenmaterials weitaus vertiefter möglich, als es die klassische direkte Beobachtung im Klassenraum erlaubt. Neben Aspekten der Forschungspragmatik liegen die Vorteile besonders in Möglichkeiten der Kombination von Videodaten mit alternativ erhobenen Datenquellen, wie Befragungen oder Tests, um umfassendere Einblicke in das komplexe Geschehen im Unterricht zu ermöglichen. In diesem Beitrag werden neben einem Überblick zu Vor- und Nachteilen und methodischen Grundlagen des Zugangs zentrale Verfahren der Auswertung von audiovisuellen Unterrichtsaufzeichnungen dargestellt und Triangulationspotenziale – insbesondere der Datentriangulation – aufgezeigt. Zur Veranschaulichung werden Beispieldaten aus einem eigenen Forschungsprojekt herangezogen.

Ihre Anfänge hat die videogestützte Unterrichtsforschung in den 1970er Jahren, als Technologien zum Anfertigen und Abspielen von Videoaufnahmen technisch einfach realisierbar und vergleichsweise kostengünstig wurden. Zu den Pionieren dieses Zugangs zählen beispielsweise Raymond S. Adams und Bruce J. Biddle, die bei ihrer Arbeit zum Interaktionsgeschehen zwischen Lehrern und Schülern die damals gängige direkte Beobachtung im Klassenraum als zu eingeschränkt und ungenau empfanden und daher mit Videoaufnahmen arbeiteten (Adams/Biddle 1970). Auch Jacob S. Kounin, der zur Untersuchung des classroom managements nach Möglichkeiten zur Erweiterung der Beobachtung im Klassenraum suchte und aus diesem Grund so genannte „Video-Recorder-Studien“ durchführte (Kounin 1976), gilt als einer der Pioniere im Bereich der videogestützten Unterrichtsforschung. Die zentralen Vorteile, die man von...

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