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Mediation als kindgerechtes Verfahren

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Holke-Leonie Doench

Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes hat das Mediationsverfahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen und sich als Methode zur Vermittlung in familiären Konflikten etabliert. Weitestgehend ungeklärt ist jedoch die Rolle des Kindes in der Mediation. Sollte das Kind an der Mediation beteiligt werden? Führt diese zu einer Deeskalation des elterlichen Konfliktes und fördert sie die Wahrnehmung elterlicher Verantwortung? Wie steht es um den Schutz des Kindes in der Mediation? Die Arbeit nimmt sich diesen Fragestellungen an und untersucht das Mediationsverfahren aus dem Blickwinkel des Kindeswohls. Die zentrale Frage, ob das Verfahren kindgerecht ist, wird unter Rückgriff auf empirische Daten und Praxisberichte sowie anhand der Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen beantwortet. In einem Leitfaden werden die wesentlichen Ergebnisse praxisgerecht zusammengefasst.
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§ 4 Kindgerechte Verfahrensgestaltung

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§ 4 Kindgerechte Verfahrensgestaltung

Wie die vorangegangenen Ausführungen verdeutlicht haben, sind die Familien in der Phase von Trennung und Scheidung mit vielen herausfordernden Aufgaben konfrontiert. Zwangsläufig müssen Regelungen getroffen werden, die den veränderten Lebenssituationen gerecht werden. Sind Kinder von der Trennung betroffen, sind es neben dem Kindesunterhalt vor allem die Bereiche des Sorge- und Umgangsrechts, für die Neuregelungen erforderlich sind.

Zusätzlich zu der Schwierigkeit, im konkreten Einzelfall inhaltlich zu bestimmen, was das Beste für das Kind ist, stellt sich aus juristischer Sicht auch die Frage, wie ein Verfahren ausgestaltet sein muss, um die Familien bei diesen Entscheidungen effektiv zu unterstützen. Häufig wird unberücksichtigt gelassen, dass auch die Ausgestaltung des Verfahrens in erheblichem Umfang Einfluss darauf hat, wie sich das Leben des Kindes nach der Trennung der Eltern verändert. Die Art und Weise, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist, wirkt sich nicht nur auf den Inhalt der Entscheidung, sondern auch auf das Verhalten der Familienmitglieder, insbesondere auf die Umsetzung und Nachhaltigkeit der Regelung aus. Strebt man eine bestmögliche Verwirklichung des Kindeswohls an, muss dieser Aspekt berücksichtigt werden.

Neben der Ausrichtung der materiellen Entscheidung am Wohl des Kindes, muss auch das der Entscheidung zugrunde liegende Verfahren kindgerecht ausgestaltet sein.

A. Problemaufriss und Begriffsbestimmungen

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