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Sprachwissenschaft für den Alltag. Ein Kompendium

Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner. 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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Vorwort

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Die sprichwörtlichen Spatzen pfeifen es von den Dächern: Um die deutsche Sprache ist es nicht gut bestellt. Klagen über ihren Zustand, Sorgen über ihre Defizite und Kritik am schludrigen Umgang mit dem Medium reißen nicht ab. Der bekannte Journalist und Sachbuchautor Dieter E. Zimmer schimpft: „Kein Volk hat eigentlich das Recht, etwas, das zum Weltkulturerbe gehört, verwahrlosen zu lassen.“ Die sich für Sprachförderung engagierende Kammersängerin Edda Moser grämt sich: „Die deutsche Sprache verkommt wie ein krankes Tier.“ Den Sprachkritiker Wolf Schneider treibt die Befürchtung um, dass „eine große Kultursprache vor die Hunde geht“. Deutschlehrer sprechen von „grammatischen Löchern“ in den Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler. Arbeitgeber monieren beunruhigende Lese- und Schreibschwächen bei ihren Auszubildenden. Sprachwissenschaftler diagnostizieren mangelndes Leistungsvermögen bei deutschen Probanden im internationalen Wettbewerb und beklagen die insgesamt wenig schmeichelhaften Bilanzen von PISA. Gesellschafts- und Kulturkritiker nehmen die Illoyalität der Deutschen gegenüber ihrer Muttersprache ins Visier und schimpfen über die hybride Sprache namens „Denglisch“. Medienexperten sprechen von „Sprachamputation“, wenn unter dem Einfluss elektronischer Medien aus durchdachten, zusammenhängenden Äußerungen eine Minimalsprache aus lingualen Fetzen und Bruchstücken wird. Satiriker machen sich einen Spaß daraus, dem Publikum Beispiele einer verkommenen, grammatisch fehlerhaften Sprache um die Ohren zu hauen. Sprachvereine küren und geißeln alljährlich prominente „Sprachpanscher“, die in unserer Sprachkultur mit besonders schlechtem Beispiel vorangehen. Germanisten an der Universität Frankfurt/M. stigmatisieren regelmäßig das „Unwort des Jahres“, das pervertierten Sprachsch...

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