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Sprachwissenschaft für den Alltag

Ein Kompendium- Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner- 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
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anu scriptum = von Hand Geschriebenes; bzw. gr. typos = Gepräge + lat. scriptum. Trotz des semantisch eindeutigen Bezugs auf ein handschriftliches Dokument gilt als Manuskript heute jede Schrift, die als Druckvorlage für eine Veröffentlichung dient. Darunter fallen auch maschinenschriftlich und elektronisch erstellte Vorlagen (Werke, die nach Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1456 noch als handschriftliche Dokumente zirkulierten, werden demgegenüber als Handschriften bezeichnet). Das hat zur kuriosen Folge, dass Textproduktionen, die sich typographischer Verfahren bedienen (mittels Telegraph, Schreibmaschine oder Computer), auch ← 82 | 83 → als Manuskripte bezeichnet werden, obwohl sie nicht von Hand geschrieben sind. So zumindest im Verlagswesen, wenn es sich um Vorstufen eines fertigen Druckwerks handelt. Typoskripte sind es erst dann, wenn sie ihren Endzustand als gedruckte Seiten in Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Dissertationen u. dgl. erreicht haben. Der Sprachgebrauch ist allerdings nicht einheitlich. Der Duden definiert Typoskript als „maschinengeschriebenes Manuskript“, was genau genommen nicht korrekt ist, da Texte ihren Ausgangspunk heute kaum noch von Handschriften nehmen, sondern sofort „getippt“ werden.

Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit eines Sprechers, über die Muttersprache hinaus eine unterschiedliche Zahl weiterer Sprachen sprechen und schreiben zu können. In der Regel handelt es sich dabei um Fremdsprachen. Aber wenn – wie bei Bilingualen oder Multilingualen – eine zweite oder dritte Sprache simultan mit der Erstsprache erworben wird, können diese sprachpsychologisch und sozial wie die Muttersprache fungieren und im optimalen Fall gleiche → Kompetenz ermöglichen. Sie werden vom Bewusstsein dann nicht als „Fremdsprachen“ empfunden. Zuweilen ist in der Literatur oder den...

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