Show Less
Restricted access

Sprachwissenschaft für den Alltag. Ein Kompendium

Unter Mitarbeit von Alexander Gräbner. 3., aktualisierte und erweiterte Ausgabe

Hartmut Heuermann

Wir lieben unsere Sprache. Aber kennen wir diese scheinbar so selbstverständliche Sache, mit der wir täglich umgehen? Wissen wir, welch vielschichtiges Gebilde sie in Wirklichkeit darstellt? Ahnen wir die Mannigfaltigkeit und die Feinheiten, die sie offenbart, sobald man die Oberfläche verlässt und den Phänomenen auf den Grund geht? Was zum Beispiel ist ein Symbol, und wie unterscheidet es sich von einer Metapher? Was versteht man unter Ethnolekt, und was ist seine Beziehung zum Idiolekt und Dialekt? Was hat es mit Pidgin auf sich? Sprachwissenschaft für den Alltag ist ein Kompendium, das sprachwissenschaftliches Wissen für den Hausgebrauch vermittelt. In dieser dritten, aktualisierten und erweiterten Ausgabe, die gegenüber der zweiten Auflage nochmal erweitert und ergänzt ist, werden über 230 Schlüsselbegriffe erläutert, die das Medium dem Nutzer näherbringen und der Welt der Sprache Profil verleihen. Eine praktische Handreichung für alle, die mit Sprache umgehen und ihre Kenntnisse verbessern möchten. Eine nützliche Lektüre zu einer Zeit, in der es um die deutsche Sprache offenkundig nicht zum Besten steht.
Show Summary Details
Restricted access

W

W

Extract

andte Begriff ist missverständlich, denn er suggeriert, dass es Sprachen gibt, die auf der ganzen Welt gesprochen und verstanden werden. Solche Sprachen gibt es nicht und hat es in der Geschichte nie gegeben. Was darunter pauschalierend gefasst wird, sind Sprachen mit besonders weiter Verbreitung und hohem Prestige, wie das im Mittelalter bei der Gelehrtensprache Latein, im 18. Jahrhundert bei der Handelssprache Spanisch und im 19. Jahrhundert bei der Diplomatensprache Französisch der Fall war. Wenn heute (in Wirtschaft, Industrie, Luftfahrt, Wissenschaft und populärer Kultur) die englische Sprache vorherrscht, so ist das wesentlich auf zwei Einflussfaktoren zurückzuführen: den britischen Kolonialismus und die US-amerikanische Kultur-, Militär- und Wirtschaftsmacht. Es ist nicht die besondere Qualität einer Sprache, etwa ihre strukturelle Beschaffenheit oder poetische Schönheit, die sie dominant werden lässt, sondern ← 159 | 160 → ihre Durchsetzung mit missionarischen, politischen, ökonomischen oder militärischen Mitteln. (Shakespeare ist zwar ein großer Sprachkünstler, aber seine Größe hat nichts mit der globalen Verbreitung seiner Sprache zu tun).

Als Muttersprache fungiert Englisch heute – geschätzt – bei über 300 Millionen Menschen auf der Welt, als Zweitsprache wird sie von ebenso vielen gesprochen und als Fremdsprache von ca. 100 Millionen. Wie viele Menschen darüber hinaus rudimentär Englisch sprechen, lässt sich kaum abschätzen. Doch obwohl der globale Wachstumstrend anhält, erwarten Sprachwissenschaftler nicht, dass die „Weltsprache“ Englisch sich zu einer planetarischen Universalsprache entwickelt. Denn einerseits behaupten sich – auf primärer Ebene – die einheimischen und nationalen Sprachen,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.