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Die Verslegende «Veronica II»

Hybridedition und Studien zur Überlieferung

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Judith Lange

In diesem Buch wird erstmals die gesamte, äußerst heterogene Überlieferung der unter dem Namen des Spruchdichters Regenbogen überlieferten Verslegende Veronica II analysiert. Auf Basis der Analyseergebnisse wird die Verslegende überlieferungskritisch, unter Einbezug aller mittelhochdeutschen Quellen, in fünf Fassungen ediert. Die dazugehörige, im Internet zugängliche Online-Publikation ist als ein Versuch zu betrachten, dem Problem der komplexen Überlieferungslage der Veronica II mit Hilfe digitaler Medien zu begegnen. Auf diese Weise wird im Sinne der New Philology gewährleistet, die Textüberlieferung und deren mouvance ständig im Blick zu behalten.
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I. Teil Einführung

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1 Einleitung

1.1 (Pseudo-)Regenbogen – Die Überlieferung eines Dichters und seines Tönerepertoires in der Forschung

Die Töne des Spruchdichters Regenbogen sind einige der am breitesten tradierten Liedformen1 des Mittelalters. Alleine die Kolmarer Liederhandschrift (Cgm 4997 der Bayerischen Nationalbibliothek) überliefert etwa 1000 Strophen und Hunderte mehr finden sich in 61 weiteren Handschriften.2 Trotzdem ist die Forschung bei der Beschäftigung mit diesem Dichter noch heute weitestgehend auf das Wenige angewiesen, was in Friedrich Heinrich von der Hagens Minnesinger (MS), Karl Bartschs Meisterlieder der Kolmarer Handschrift (MKH) und Philipp Wackernagels Deutschem Kirchenlied (WKL) ediert ist.3 Ergänzt wurden diese großen Sammeleditionen in neuerer Zeit ← 13 | 14 → lediglich durch Editionen einzelner Lieder, die nach thematischen Schwerpunkten ausgewählt wurden,4 oder durch Editionen ganzer Handschriften, in denen sich Regenbogentöne befinden.5 Grundsätzlich ist zu den existierenden Ausgaben festzuhalten, dass sie entweder nicht mehr den heutigen editori- schen Standards entsprechen oder unvollständig sind. Eine von Reinhold Schröder geplante kritische Edition aller Regenbogen zugeschriebenen Töne und Lieder wurde, obgleich 1965 auf einem Kolloquium vorgestellt und bis heute im Editionsbericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften6 gelistet, nicht zu Ende geführt.7 Neben den bereits erwähnten Ausgaben findet sich kaum neuere Forschungsliteratur zu Gedichten oder Tönen Regenbogens. Die wenigen erschienenen Aufsätze zu Regenbogen beleuchten lediglich einzelne Facetten und Fragestellungen: So wurde beispielsweise der sogenannte ,Sängerstreit‘ zwischen Frauenlob und Regenbogen immer wieder thematisiert,8 oder einzelne Texte oder Themen standen im...

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