Show Less
Restricted access

Der Koch ist der bessere Arzt

Zum Verhältnis von Diätetik und Kulinarik im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit- Fachtagung im Rahmen des Tages der Geisteswissenschaften 2013 an der Karl-Franzens-Universität Graz, 20.6.–22.6.2013

Series:

Andrea Hofmeister-Winter, Helmut W. Klug and Karin Kranich

Vorbeugen ist besser als heilen – unter diesem Motto lässt sich die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge in Mittelalter und Früher Neuzeit zusammenfassen. 16 Fachbeiträge von international angesehenen Wissenschaftler/innen und jungen Nachwuchsforscher/innen aus den Fächern Germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft/Medizingeschichte, Volkskunde, Archäologie, Kunstgeschichte und Theologie widmen sich in quellennahen Studien breit gestreuten Aspekten der Gesundheitslehre und der Kulinarik des (vorwiegend) deutschsprachigen Raums von der Antike bis in die Barockzeit. Die einzelnen Beiträge beleuchten vielfältige Fragestellungen aus unterschiedlichsten Perspektiven und wollen so diesem transdisziplinären Forschungsbereich neue, grundlegende Impulse verleihen.
Show Summary Details
Restricted access

Yedoch will ich ekleren uff deine vordrungen – Pragmatisierung der Ernährungsdiätetik im Spiegel der Gesundheit des Lorenz Fries von Kolmar

Lorenz Fries von Kolmar: Arzt und Gesundheitsschriftsteller

Extract



Karl-Heinz Steinmetz (Wien)

Abstract

Lorenz Fries, medical doctor in early 15th-century Strasbourg und Metz area, gained influence on medical knowledge of lay people through his medical-wellness-bestseller Mirror of Health (Spiegel der Gesundheit) of 1518. In this work he presents a chapter of traditional dietetics that lists humoral qualities of food. At the end of this ‚usual chapter‘, however, Fries surprises the reader by a school of dietetic experience: he explains the humoral dimension of taste, fragrance, colour, substance, nutrition strategies and tempering of food. Through this experiential school of dietetics a cooking reader can easily become a nutritionist or lay practitioner, as it were. It is quite natural that the Mirror of Health does not comprise cooking recipes, since they would be beyond the form of medical manual. It could, however, also indicate that the renowned practitioner Lorenz Fries was an excellent doctor but not gastrosopher.

Der Kernbereich der ärztlichen Tätigkeit ist zweifelsohne die Therapie. Immer schon konnten sich Ärzte aber auch als Autoren von Gesundheitsliteratur ein gutes Zubrot verdienen und ihren Bekanntheitsgrad als Arzt steigern. Diese Perspektive lockt nicht nur den heutigen Arzt, im Bereich der medizinischen Ratgeberliteratur und von medical wellness schriftstellerisch tätig zu werden, sondern entfaltete schon im 16. Jahrhundert ein gewisse Verführungskraft. Einen zu seiner Zeit berühmten Vertreter der Gattung schriftstellerisch tätiger Ärzte erblicken wir in Lorenz Fries von Kolmar, dessen Biographie hier zunächst in groben Linien skizziert sei, bevor wir die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.