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Spanische Modalpartikeln

Funktionsweise und Übersetzungsproblematik dargestellt am Beispiel von "sí </I>und "sí que</I>

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Katja Brenner

Modalpartikeln sind vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch verwendete Phänomene, deren Funktionsweise auf kommunikativer Ebene hochkomplex ist und deren Übersetzung oftmals Schwierigkeiten bereitet. Da Modalpartikeln unter anderem auf die Sprecherbeziehung und die Einstellung des Sprechers zur eigenen Äußerung verweisen, sind sie oftmals essentiell für die gelingende Kommunikation. Dennoch ist ihre Beschreibung und Klassifikation für das Spanische bisher nicht angemessen dargestellt, und oft wird das Bestehen einer solchen Klasse innerhalb der spanischen Sprache bis heute negiert. Die Autorin weist nach, dass im Zuge einer funktionalen Grammatik das Vorhandensein von Modalpartikeln im Spanischen als erwiesen angesehen werden muss. Sie legt die Klassifikation innerhalb des Partikelsystems aufgrund funktionaler Merkmale dar und beschreibt exemplarisch anhand von Äußerungen mit und sí que in literarischen und mündlichen, transkribierten Texten detailliert die Funktionsweise dieser hoch referentiellen Partikeln. Durch einen anschließenden Übersetzungsvergleich zur Modalpartikel sí que werden spezifische Übersetzungsprobleme ermittelt, für die die Autorin konkrete Lösungsansätze nennt. Das ermittelte Inventar an deutschen Entsprechungen kann in Partikellexikographie und Übersetzerdidaktik Anwendung finden.
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3 Empirische Funktionsanalyse

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Die Analyse von sí und sí que erfolgt anhand von vier zentralen Leitfragen, die sich zunächst auf die konkrete Handlungsebene und schließlich auf die Systemebene beziehen:

Diese grundsätzliche Frage muss bei jeder einzelnen Untersuchung einer MP-Realisierung an erster Stelle stehen. Ideal ist dabei das vollständige Ausloten sämtlicher realisierter Sprechhandlungen in ihrer jeweiligen Gewichtung. Teilweise müssen in der Analyse aber auch nicht alle realisierten Funktionen berücksichtigt werden, zum Beispiel wenn kontrastiv verschiedene Funktionen zweier Realisierungen fokussiert werden. In einem solchen Fall kann ein Auflisten sämtlicher Funktionen eher erkenntniserschwerend wirken. Dasselbe gilt, wenn zum Beispiel isolierte Funktionen einer einzelnen Realisierung besonders fokussiert werden. Darum sollen bei der Analyse jeweils so viele Aspekte berücksichtigt werden, wie beim jeweiligen Stand der Ermittlung notwendig ist. Unabdingbar ist es dabei in vielen Fällen, den weiteren Kontext heranzuziehen. Da sich Modalität nicht auf den propositionalen, sondern nur auf den illokutiven Aspekt der Sprechhandlung bezieht, muss zu Beginn jeder Analyse darauf geachtet werden, dass die Proposition durch Weglassprobe klar erkannt und bei der weiteren Untersuchung strikt zwischen Proposition und Illokution unterschieden wird. Nachdem die Ergebnisse der ← 47 | 48 → Untersuchung der einzelnen Realisierungen vorliegen, soll versucht werden, die nächste relevante Frage zu beantworten:

In diesem Punkt geht es um die Handlungsmöglichkeiten, die die MP bietet, also die Gesamtheit ihrer potenziellen Funktionen. Um einen Überblick über diese zu bekommen, soll zunächst einmal nur zusammengetragen werden, welche Funktionen es sind, die sich f...

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