Show Less
Restricted access

Spanische Modalpartikeln

Funktionsweise und Übersetzungsproblematik dargestellt am Beispiel von "sí </I>und "sí que</I>

Series:

Katja Brenner

Modalpartikeln sind vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch verwendete Phänomene, deren Funktionsweise auf kommunikativer Ebene hochkomplex ist und deren Übersetzung oftmals Schwierigkeiten bereitet. Da Modalpartikeln unter anderem auf die Sprecherbeziehung und die Einstellung des Sprechers zur eigenen Äußerung verweisen, sind sie oftmals essentiell für die gelingende Kommunikation. Dennoch ist ihre Beschreibung und Klassifikation für das Spanische bisher nicht angemessen dargestellt, und oft wird das Bestehen einer solchen Klasse innerhalb der spanischen Sprache bis heute negiert. Die Autorin weist nach, dass im Zuge einer funktionalen Grammatik das Vorhandensein von Modalpartikeln im Spanischen als erwiesen angesehen werden muss. Sie legt die Klassifikation innerhalb des Partikelsystems aufgrund funktionaler Merkmale dar und beschreibt exemplarisch anhand von Äußerungen mit und sí que in literarischen und mündlichen, transkribierten Texten detailliert die Funktionsweise dieser hoch referentiellen Partikeln. Durch einen anschließenden Übersetzungsvergleich zur Modalpartikel sí que werden spezifische Übersetzungsprobleme ermittelt, für die die Autorin konkrete Lösungsansätze nennt. Das ermittelte Inventar an deutschen Entsprechungen kann in Partikellexikographie und Übersetzerdidaktik Anwendung finden.
Show Summary Details
Restricted access

5.8 Ergebnisse des Übersetzungsvergleichs und Problem analyse für das Übersetzen von Äußerungen mit sí que

Extract

Im Korpus konnten in den spanischen Ausgangstexten 56 Realisierungen der MP sí que ermittelt werden. Sechs davon fielen auf idiomatische Wendungen, zwei auf eine bestimmte Form der Kinderansprache, 11 wiesen in den übersetzten Texten Nullübersetzungen auf und eine Realisierung wurde nicht übersetzt: Hier fehlt im Translat ein ganzer Textabschnitt. Die übrigen 36 Formen wurden einem detaillierten Übersetzungsvergleich unterzogen. Dieser ergab zunächst trotz des reduzierten Korpus eine große Formenvielfalt: Einer einzigen spanischen Partikel stehen in den untersuchten Texten bei 36 Realisierungen elf deutsche lexikalische Formen sowie drei weitere sprachliche Mittel gegenüber. Die große Bandbreite unterschiedlicher Formen spiegelt tendenziell die im ersten Teil dieser Arbeit bewiesene Komplexität der MP sí que wider, zumal es sich um Formen mit den unterschiedlichsten semantischen und syntaktischen Merkmalen handelt.

Die im Korpus ermittelten Entsprechungen für sí que werden im Folgenden tabellarisch mit ihrer jeweiligen Frequenz aufgeführt. In der ersten Spalte der Tabelle sind alle ermittelten Entsprechungen verzeichnet. In der zweiten Spalte wird die Anzahl der jeweiligen Entsprechung insgesamt im angezeigt (Fettdruck), in den folgenden Spalten wird diese Gesamtzahl nach der jeweiligen Art des Bezugssatzes aufgeschlüsselt.

← 217 | 218 →

Die häufigste Übersetzungsoption war das adversative doch (8 Belege), dessen Gebrauch sich gänzlich auf Äußerungen mit negiertem Bezugssatz beschränkt. Auch ja ist mit 5 Belegen relativ häufig vertreten und ebenso klar distribuiert: Es kam ausschließlich in der Übersetzung von sí que mit positivem Bezugssatz vor. Die freie Übersetzung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.