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Das Heilige als Problem der gegenwärtigen Religionswissenschaft

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Wolfgang Gantke and Vladislav Serikov

Die Beiträge in diesem Sammelband dokumentieren die heutige Diskussion um das Heilige, ein nach wie vor unerledigtes Problem der Religionswissenschaft. Sie wurden auf zwei verschiedenen Veranstaltungen präsentiert: einerseits auf dem Panel «Das Heilige als Problem in der Religionswissenschaft: Fragen und Perspektiven» der 31. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft in Göttingen im September 2013, andererseits auf dem Symposium «Die Diskussion um das Heilige: alte Fragen – neue Antworten» an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im November 2013. Es geht um drei Themenbereiche: das Werk Rudolf Ottos, Anwendung der Kategorie des Heiligen in der Religionsforschung sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der Kategorie des Heiligen.
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Die Kommunikation mit dem Heiligen: Rudolf Ottos Interpretation der Bhagavadgita

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In der Theologie werden Rudolf Ottos Ideen erneut lebendig diskutiert. Unter Religionsphilosophen und Religionswissenschaftlern bildet sich allmählich Interesse an einer neuen Rezeption der Werke Rudolf Ottos,1 nicht zuletzt wegen Fortschritte in der Emotionsforschung.2 Man könnte nun hoffen auf eine Renaissance der Rudolf Otto-Forschung in der Theologie, Religionsphilosophie und Religionswissenschaft. Dagegen ist Ottos langjährige Beschäftigung mit verschiedenen Übersetzungen aus dem Sanskrit heute leider kaum noch bekannt. Wie Michael von Brück feststellt, hat „Ottos Religionsphänomenologie […] eine bedeutende Rolle gespielt, seine Deutung der [Bhagavad] Gītā und die textkritischen Analysen hingegen gerieten in Vergessenheit.“3

Die Bhagavadgita (kurz, die Gita) heißt etwa des Erhabenen (Bhagavad) Gesang (Gita)4 und stellt einen der wichtigsten Texte der globalen Religionsgeschichte dar.5 Sie ist ein philosophisch gehaltvoller Text und ein Teil des großen indischen Epos Mahabharata. Das Mahabharata dürfte zwischen 400 v. Chr. und 400 n. Chr. entstanden sein und als die längste epische Dichtung der Weltliteratur gelten.6 Es besteht aus 18 Büchern, die insgesamt ca. 106000 Shlokas7 umfassen, und berichtet über die Nachkommen des indischen Ahnherrn Bharata, die Kauravas und Pandavas. Diese befinden sich in einem Verwandtenkonflikt, der zu einem schrecklichen Krieg führt. Die Bhagavadgita hat 18 Kapitel (Gesänge) und umfasst die Kapitel 25 bis 42 im ← 111 | 112 → 6. Buch des Epos. Sie stellt ein Gespräch zwischen dem Helden der Pandavas Arjuna und seinem Wagenlenker Krishna dar, das unmittelbar vor Beginn der entscheidenden Schlacht auf dem Kurufeld stattfindet....

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