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Narrative Kompetenz in der Fremdsprache Englisch

Eine empirische Studie zur Ausprägung mündlicher Erzählfertigkeiten am Ende der Sekundarstufe I

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Hannah Ruhm

Erzählen ist eine kommunikative Grundfertigkeit und wichtige Kulturtechnik. Auch in der Fremdsprachendidaktik wird die Bedeutung von Erzählfähigkeit als Schlüsselkompetenz zunehmend betont. Diese empirische Studie untersucht und modelliert mündliche narrative Kompetenz in der Fremdsprache Englisch. Die Datengrundlage bilden mündliche Erzählungen von Schülerinnen und Schülern am Ende der Sekundarstufe I. Anhand der qualitativen Auswertung wird datengeleitet ein Modell entwickelt, das die Teilkompetenzen und die möglichen Abstufungen fremdsprachlicher narrativer Kompetenz konkret beschreibt. Die Studie kann somit Hinweise für die Diagnose und Förderung von Erzählkompetenzen im Fremdsprachenunterricht geben und zur Ausdifferenzierung curricularer Dokumente beitragen.
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7 Darstellung der Ergebnisse

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Dieses Kapitel beschreibt die Ergebnisse der Auswertung der Schülererzählungen nach dem in Kapitel 6 erläuterten Verfahren. In Abschnitt 7.1 werden zunächst Merkmale der als nicht-narrativ klassifizierten Texte dargestellt. Abschnitt 7.2 bezieht sich auf die Auswertungsergebnisse zu den narrativen Texten. In den Abschnitten 7.2.1 und 7.2.2 werden die anhand der kategorienbasierten Analyse ermittelten strukturellen und affektiven Eigenschaften der Texte dargestellt und mit Hilfe von Beispielen aus dem Datenmaterial erläutert. Längere Auszüge aus den einzelnen Erzähltranskripten werden unter Angabe der Transkript- und Zeilennummern wiedergegeben.82 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden Füllwörter („ehm“, „mmh“) und Reformulierungen ebenso wie Zuhörersignale weggelassen, sofern diese für den Erläuterungskontext nicht relevant sind.83

7.1 Nicht-narrative Texte

In einem ersten Schritt wurde ermittelt, welche der erhobenen fremdsprachlichen Texte überhaupt als „narrativ“ bezeichnet werden können. Auf der Grundlage der in Abschnitt 6.3.2 dargestellten Überlegungen wurden 16 der insgesamt 165 Erzählungen als nicht-narrativ eingestuft. Charakteristisch für diese Gruppe von Texten ist das Fehlen eines zentralen Ereignisses, durch das Erzählungen normalerweise in Gesprächskontexten „legitimiert“ werden. Im Unterschied zu narrativen Texten, in denen das Handlungsgeschehen um dieses zentrale Ereignis herum strukturiert ist, weisen diese nicht-narrativen Texte eine vorwiegend lineare, berichtend-beschreibende Struktur auf. Die Handlung besteht aus einer Aneinanderreihung einzelner Ereignisse, die häufig ← 131 | 132 → ausschließlich durch additive Konnektoren („and…and…and“) verknüpft sind. Die Texte sind zwar in sich kohärent und für die...

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