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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Burrhus Frederic Skinner vs. Noam Chomsky oder: Die Revanche für eine Niederlage, die es nie gegeben hat

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Lennart Bohnenkamp

Noam Chomskys Rezension über Burrhus Frederic Skinners Verbal Behavior von 1959 ist als Symbol der Kognitiven Wende in die Geschichte der Geisteswissenschaften eingegangen. Einige Behavioristen haben seit 1959 wiederholt versucht, die Geschichtsschreibung dadurch zu korrigieren, dass sie Chomskys Rezension als unwissenschaftlich kritisierten. Die Rezension sei ein Skandal, weil Chomsky aggressiv argumentiere, den Behaviorismus nicht verstehe und Skinners Werk nicht kenne. Die Versuche, den Behaviorismus durch die Skandalisierung der Rezension zu rehabilitieren, sind – so die These des Autors – aus zwei Gründen zum Scheitern verurteilt: Erstens relativiert die Geschichte der Kognitiven Wende den Symbolwert der Rezension, weil weder Skinner noch Chomsky in den 1950er und 1960er Jahren die jeweiligen Paradigmen repräsentierten. Zweitens zeigt die Untersuchung der Kritikpunkte, dass die Rezension sehr wohl wissenschaftlich begründet ist und keineswegs als Skandal bewertet werden sollte.

Noam Chomsky’s review of Burrhus Frederic Skinner’s Verbal Behavior in 1959 went down in the history of humane sciences as a symbol of the cognitive turn. Since that year, some Behaviorists have repeatedly tried to revise history by criticizing Chomsky’s critique as unscientific. The critique, they maintained, was a scandal because Chomsky argued aggressively, he did not understand Behaviorism and was not familiar with Skinner’s works. In this paper, it will be shown how the attempts to rehabilitate Behaviorism by scandalizing the review are doomed to fail for two reasons: Firstly, the history of the cognitive turn relativizes the symbolic value of the review, because neither Skinner nor Chomsky...

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