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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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„Axolotl Roadkill“: Wessen Sprache ist das?

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Anja Pompe

Der Beitrag wendet sich dem Skandal um Helene Hegemanns Romandebüt Axolotl Roadkill zu. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit einer künstlerischen Praxis, die darauf verweist, dass kreatives Schaffen immer an Traditionszusammenhänge gebunden und damit zwangsläufig kooperativ gestaltet ist. Im Ergebnis wird deutlich, dass die Einsicht, jedes Werk enthalte ein Zuvor, das im Modus der Verwandlung Aktivierung erfahre, noch immer Skandalpotential besitzt.

The article takes a close look at the scandal involving the debut novel Axolotl Roadkill by Helene Hegemann. In the center is the study of an artistic practice showing that creative activity is always rooted in tradition, thereby inevitably being of cooperative nature. The insight that each and every work includes predecessors that are activated in the mode of transformation is ultimately shown to still have the potential of provoking a scandal.

Wir leben in einem Zeitalter der Reproduktion. Das allermeiste in unserem persönlichen Weltbild haben wir nie mit eigenen Augen erfahren, genauer: wohl mit eigenen Augen, doch nicht an Ort und Stelle; wir sind Fernseher, Fernhörer, Fernwisser.

(Frisch 1973: 186)

I

Im Januar 2010 erscheint das literarische Debüt der siebzehnjährigen Helene Hegemann „Axolotl Roadkill“ (vgl. Hegemann 2010a). Das Alter der Autorin und die Tatsache, dass es sich um die Tochter des ehemaligen Chefdramaturgen der Berliner Volksbühne handelt, lassen das Feuilleton aufhorchen und sofort begeistert reagieren. Vom „Wunderkind der Boheme“ ist die Rede...

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