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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Einleitung

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Susanne Borgwaldt, Iris Forster, Imke Lang-Groth & Martin Neef

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. In diesem Band versammeln wir Skandale, die in einem Gebiet zu verorten sind, in dem die Auseinandersetzung mit Sprache anzutreffen ist. Dieser Sprachbezirk ist ein großes, vielschichtiges Terrain. In seinem Zentrum könnte man die Grammatik ansetzen; genaugenommen finden sich hier mehrere Grammatiken, nämlich eine pro Sprache. Um dieses Sprachsystem herum sind Menschen angesiedelt, die eine oder mehrere Sprachen mehr oder weniger gut kennen und diese für verschiedene Zwecke nutzen, beispielsweise um zu denken, also um Informationen zu verarbeiten, oder um zu kommunizieren, also um Informationen auszutauschen. Außen im Sprachbezirk befinden sich Personen, die damit beschäftigt sind, die inneren Bereiche des Sprachbezirks verstehen zu wollen, also Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Sprachwissenschaft, aber auch der Literaturwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Didaktik und anderer Fächer.

In all diesen Bereichen des Sprachbezirks lassen sich skandalöse Vorkommnisse entdecken. Als einen Skandal könnte man auffassen, wenn das Sprachsystem nicht so ist, wie es sein sollte, wenn das Sprachwissen oder der Sprachgebrauch nicht so sind, wie sie sein sollten, oder wenn die Personen, die Sprache(n) untersuchen, nicht so sind oder so handeln, wie sie es sollten. Um etwas als Skandal ausweisen zu können, bedarf es demgemäß immer eines wertenden Standpunkts, von dem aus ein Zustand, ein Ereignis oder eine Verhaltensweise als skandalös erscheint oder interpretiert wird. Wir...

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