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Zur Notwendigkeit eines Vater-Kind-Erwachsenenstrafvollzuges

Eine kritische Betrachtung der §§ 80 Abs. 1, 142 StVollzG und der bestehenden Vollzugspraxis in Deutschland

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Jana Kudlacek

In Deutschland können straffällige Mütter ihre nicht-schulpflichtigen Kinder im Falle einer Inhaftierung unter bestimmten Umständen während ihres Gefängnisaufenthaltes bei sich behalten. Es hat sich gezeigt, dass diese Kinder seltener von Entwicklungsbeeinträchtigungen betroffen sind und bei der Verinnerlichung von sozialen Normen und Werten weniger Probleme haben, als Kinder, die durch Inhaftierung von ihren Müttern getrennt wurden. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass Mütter, die ihre Kinder während der Haft bei sich hatten, seltener rückfällig wurden, als Mütter, die durch eine Inhaftierung von ihren Kindern getrennt wurden. Aufgrund dieser positiven kriminologischen Aspekte des Mutter-Kind-Vollzuges ist dieser ein fester Bestandteil des deutschen Strafvollzuges. Dennoch gibt es kein dementsprechendes Vollzugsmodell für Väter und ihre Kinder. Mit der Frage, ob dieser Zustand kriminologisch sinnvoll ist und juristischen Anforderungen gerecht wird, beschäftigt sich die Untersuchung.
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4. Kapitel: Anstrengungen und Rechtsprechung zur Etablierung eines Vater-Kind-Erwachsenenstrafvollzuges in Deutschland

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Obwohl sich eine gesetzliche Grundlage zur Schaffung eines Vater-Kind-Vollzuges in Deutschland bisher nicht abzeichnet, ist der Vater-Kind-Vollzug in Deutschland kein gänzlich unbekanntes Thema. Gedanken zu dieser Thematik finden sich in den Strafvollzugskommentaren und einige Fälle haben auch bereits ihren Weg zu Gericht gefunden.

Die bedeutenden Kommentare zum deutschen Strafvollzugsgesetz beinhalten bei ihren Ausführungen zu den §§ 80, 142 StVollzG allesamt Gedanken zu einem Vater-Kind-Vollzug. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Kommentare bei der Frage nach einer Notwendigkeit eines Vater-Kind-Erwachsenenvollzuges zu unterschiedlichen Bewertungen kommen: ← 43 | 44 →

Tabelle 1: Berücksichtigung eines Vater-Kind-Vollzuges in Kommentaren zum Strafvollzugsgesetz ← 44 | 45 →

Tabelle 1 ist zu entnehmen, dass sich Arloth als Einziger gegen einen Vater-Kind-Vollzug ausspricht und keinen Anlass sieht, die bestehenden rechtlichen Regelungen zu hinterfragen.

Im Kommentar „Strafvollzugsgesetz Bund und Länder“ wird – wie ebenfalls Tabelle 1 zu entnehmen ist – die Möglichkeit in Betracht gezogen, Väter unter den Begriff „eine Gefangene“ zu subsumieren. Dieselbe Frage werfen auch Schwind/ Böhm/ Jehle und Laubenthal auf.232

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