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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Einflussfaktoren für den Englischlernerfolg aus der Sicht mehrsprachiger GymnasiastInnen mit Migrationshintergrund

← 250 | 251 → Senem Özkul

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Unlike former deficit-oriented studies, the present study investigates what factors successful learners of English with migration background find useful to enhance their English learning experience. Grammar school pupils explain what works best for their individual English learning process.

1. Einleitung

Im Schuljahr 2011/2012 besuchten 8.678.196 SchülerInnen die allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. Nach Angaben des statistischen Bundesamts waren davon 665.960 SchülerInnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (die Mehrheit darunter türkisch 34,3%). Diese Zahl schließt bei weitem nicht alle SchülerInnen mit Migrationshintergrund ein, da bei amtlichen Bildungsstatistiken in der Regel nur eine Unterscheidung zwischen deutschen und ausländischen SchülerInnen vorgenommen wird. Demnach ist es kaum möglich, die wichtige Differenzierung zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu ermitteln, da sieben von zehn Kindern mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und somit statistisch auch als deutsche Staatsbürger erfasst werden (vgl. Diefenbach 2010: 25). Hieraus lässt sich für die vorliegende Forschungsthematik schließen, dass die Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen nur zu einem kleinen Teil auf schulischen Fremdsprachenunterricht zurückzuführen ist, da sie vorwiegend durch lebensweltliche und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit entsteht.

Die Anzahl der Studien, die migrationsbedingte Mehrsprachigkeit und ihren Stellenwert als wichtige Ressource im schulischen Fremdsprachenlernen behandeln, ist vergleichsweise gering, obwohl im Bereich des Fremdsprachenunterrichts seit Ende der 90er Jahre vermehrt Studien zu den Potenzialen der Mehrsprachigkeit für schulischen Fremdsprachenunterricht durchgeführt werden (u.a. Gogolin 1994, 1995; Hu 1998, ← 251 | 252 → 2003; Hufeisen 1998; Mork...

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