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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Mehrsprachiger und lokaler Radiojournalismus: Ein interdisziplinärer Ansatz zur Förderung von Medien- und Sprachkompetenzen

← 272 | 273 → Guilia Pelillo-Hestermeyer

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The paper presents a project producing multilingual radio shows at a free radio station. It demonstrates that a cooperation between local media and educational institutions can contribute both to improving media and language skills and to accustoming listeners and speakers to plurilingual ‘sounds’.

1. Mehrsprachiger und lokaler Journalismus: Eine Herausforderung für die Medien?

Mehrsprachigkeit1 und Medien scheinen auf den ersten Blick nicht vereinbar zu sein. Nicht nur ist die Medienlandschaft überwiegend einsprachig, sondern auch das Bewusstsein, dass öffentliche Medien einen Beitrag zum Aufbauprozess multilingualer Gesellschaften leisten können, scheint in Europa noch nicht entwickelt zu sein. Die Mehrsprachigkeitspolitik der Europäischen Union bezieht sich vor allem auf die Förderung von Sprachunterricht2. Hinweise auf eine mögliche Rolle der Medien zum Aufbau von Mehrsprachigkeit sucht man im strategischen Rahmenprogramm der Union vergeblich. Auch die Mehrzahl der europäischen Bürger und Bür- gerinnen sieht laut Eurobarometer 3863 das Erlernen einer Fremdsprache als unmittelbar mit dem Sprachunterricht oder mit einem Sprachaufenthalt im Ausland verbunden. Etwa ein Drittel dieser Bürger und Bürgerinnen ist davon überzeugt, dass kostenloser Unterricht die beste Maßnahme ← 273 | 274 → für das Erlernen oder Verbessern von Fremdsprachenkenntnissen wäre. Bedenkt man, wie sehr die öffentlichen Medien an der Verbreitung der Nationalsprachen im letzten Jahrhundert beteiligt waren, so erscheint es verwunderlich, dass sowohl Politik als auch Gesellschaft die Verbindung von Medien und Mehrsprachigkeit nicht stärker im Blick haben. Zweifellos haben sich sowohl die Strukturen der Medien als...

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