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Sprachvergleich im Kontext des Lehrens und Lernens fremder Sprachen

Zur Modellierung eines funktionalen Apparates als «tertium comparationis»

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Salifou Traoré

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen funktionalen Apparat als tertium comparationis in kontrastiven Sprachvergleichsanalysen im Kontext des Fremdsprachenerwerbs bei homogenen Lernergruppen zu konzipieren, um Unterschiede, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten von L1 und L2 hinsichtlich ihrer Geeignetheit in der funktional-kommunikativen Anwendung in sozialen Interaktionen zu ermitteln und adäquat zu beschreiben. Vor dem Hintergrund der damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen didaktischen Handelns wird anhand der funktionalen Kategorie Höflichkeit im Deutschen und im Thailändischen exemplarisch aufgezeigt, inwieweit sprachfunktionale Analysen den Gebrauch grammatischer Strukturen in geeigneten Kommunikationskontexten zutage bringen.
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2 Wissenschaftsgeschichtlicher Überblick über den Sprachvergleich in der Linguistik

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In der langen Tradition der abendländischen Sprachforschung, die bis in die griechische Antike zurückreicht, ist der Vergleich von Sprachen erst am Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Entstehung der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft als selbstständiger akademischer Disziplin systematisiert worden. In der Antike kreisen die Schwerpunkte der Sprachforschung insbesondere um philosophische Reflexionen über die Phänomene der Grammatik und die philologische Analyse von Texten in Bezug auf das Griechische und das Lateinische (vgl. Arens ²1969, 98). In diesem Zusammenhang verweist etwa Meillet darauf, dass die Griechen, trotz ihrer Kontakte zu anderen Völkern, ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Beschreibung und Analyse der eigenen Sprache richten. Dazu schreibt Meillet:

Les Grecs ont été en rapports étroits avec une foule de peuples étrangers dont la langue avait avec la leur les ressemblances les plus frappantes; ils n'ont vu que de pures curiosités et n'ont tiré de ces observations isolées aucune doctrine […]. [..] ils n'ont jamais imaginé que le seul moyen de rendre compte des particularités de leur propre langage était de le rapprocher des parlers variés que leurs colons et leurs marins rencontraient de tous côtés. La seule langue qu'ils aient étudiée est celle de leur nation […] (61924, 407).

Hinsichtlich der Grammatikschreibung ihrer eigenen Sprache gilt das Interesse der griechischen Gelehrten den Fragestellungen zu den Themen Wort, Kategorien, Ursprung der Sprache u.a.

Erst in der Frühen Neuzeit nimmt die vergleichende Sprachforschung ihren Anfang. So verweist etwa Gardt (1999,...

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