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Sprachvergleich im Kontext des Lehrens und Lernens fremder Sprachen

Zur Modellierung eines funktionalen Apparates als «tertium comparationis»

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Salifou Traoré

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen funktionalen Apparat als tertium comparationis in kontrastiven Sprachvergleichsanalysen im Kontext des Fremdsprachenerwerbs bei homogenen Lernergruppen zu konzipieren, um Unterschiede, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten von L1 und L2 hinsichtlich ihrer Geeignetheit in der funktional-kommunikativen Anwendung in sozialen Interaktionen zu ermitteln und adäquat zu beschreiben. Vor dem Hintergrund der damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen didaktischen Handelns wird anhand der funktionalen Kategorie Höflichkeit im Deutschen und im Thailändischen exemplarisch aufgezeigt, inwieweit sprachfunktionale Analysen den Gebrauch grammatischer Strukturen in geeigneten Kommunikationskontexten zutage bringen.
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7 Konsequenzen für das Lehren und Lernen fremder Sprachen und Schlussfolgerungen

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Die Konzeption eines funktionalen Apparates knüpft an die Überlegungen zu Sprachbewusstsein und Sprachreflexion an, die zunehmend in den Mittelpunkt der Sprachlehrforschung rücken (vgl. z.B. Der Deutschunterricht 4/1992 und 3/2002; Fremdsprachen Lehren und Lernen 26/1997). Die Überlegungen leiten sich aus der Grundfrage ab, wie der Fremdsprachenerwerbsprozess bewusst und reflektiert gesteuert werden kann. Die Begriffe „Sprachbewusstsein“/„Sprach-bewusstheit“ und „Sprachreflexion“45 werden jedoch in der einschlägigen For-schungsliteratur unterschiedlich gedeutet (vgl. z.B. House 1997, Knapp-Potthoff 1997, Wolff 2002, Schmidt 2010). Unter „Sprachbewusst-sein“ wird teils explizites, artikulierbares Wissen über Regularitäten bzw. pragmatische und diskursbezogene Merkmale einer Zielsprache (House 1997), teils die Bewusst-machung der eigenen Lernstrategien und -techniken (Wolff 2002) verstanden. Deshalb fragt Knapp-Potthoff (1997) zu Recht, ob die Auseinandersetzung mit diesem Detail dazu beitragen kann, ein brauchbares Konzept von Sprach-bewusstsein und Sprachreflexion im Fremdsprachenerwerb zu entwickeln. In einem funktionalen Apparat stehen die Begriffe „Sprachbewusstsein“ und „Sprachreflexion“ im Zusammenhang mit der Explizit- oder Bewusstmachung eines fremdsprachlichen Wissens, das in der entsprechenden sozialen Kommu-nikationssituation angemessen verwendet werden kann. Dies führt zu der Frage, was es eigentlich heißt, sich einer Information bewusst zu sein. Bei der Beantwortung dieser Frage richtet sich unser Hauptaugenmerk auf die Be-ziehung zwischen Bewusstsein und Kognition, wie sie in Bezug auf die menschliche Informationsverarbeitung im Dienst des Erkennens gedeutet wird, die den Menschen als erkennendes und denkendes Wesen betrachtet, das die Ergebnisse seines Denkens bewusst erlebt (Engelkamp/Zimmer 2006, 5). Diese Vorgehensweise ist insofern wichtig, als auch in der Psychologie kein klar oder konsensfähig ausgearbeitetes Bewusstseinskonzept vorliegt...

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