Show Less
Restricted access

Die Rezeption der Schöpfungserzählung nach Gen 1-2,4a bei Grundschülern

Eine fächerübergreifende Interventionsstudie

Series:

Christian Gößinger

Die Rezeption biblischer Schöpfungserzählungen wirkt sich auf die Weltbildentwicklung von Kindern und Jugendlichen aus, besonders bei der Frage nach dem Ursprung der Welt. Die Art und Weise der Vermittlung religiöser und naturwissenschaftlicher Inhalte beeinflusst die Entwicklung eines komplementären Denkens und den Aufbau der Weltsichtsparadigmen. Die fächerübergreifende Interventionsstudie mit einem quasi-experimentellen Pre-Post-Follow-Up-Design mit Fragebogen- und Interviewerhebung zeigt, dass Grundschülern eine gattungsgemäße Rezeption der Schöpfungserzählung nach Gen 1-2,4a gelingt. Wissen zu metaphorischer und bildlich-symbolischer Sprache wurde im Deutschunterricht bei Heiligenlegenden erarbeitet.
Show Summary Details
Restricted access

Zusammenfassung

Extract



Wie sich Weltsichtparadigmen bei Kindern und Jugendlichen entwickeln und welche Rolle die Rezeption der Schöpfungserzählung bei der Entwicklung dieser Weltsichtparadigmen spielt, besonders im Hinblick auf die Erklärung des Ursprungs der Welt, haben FETZ, REICH und VALENTIN (2001) untersucht. Diese und weitere Autoren (z. B. ROTHGANGEL, 2012, S. 300ff.; VAN DER ZEE, 2007) nehmen an, dass die Art und Weise der Vermittlung religiöser und naturwissenschaftlicher Inhalte die Konzeptbildung des Kindes im Bereich von Weltsichtparadigmen entscheidend beeinflusst.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie Kinder im Grundschulalter biblische Texte rezipieren (vgl. z. B. BALDERMANN, 1980; BUCHER, 1987; HALBFAS, 1997; OBERTHÜR, 1995). Die sprachwissenschaftliche Forschung untersucht, in wie weit Kinder im Grundschulalter grundlegende Fähigkeiten zur Sprach- und Texterschließung aufbauen und anwenden können (vgl. SIEGLER, DELOACHE & EISENBERG, 2011).

Bei Grundschulkindern der dritten und vierten Jahrgangsstufe wurde das Wissen über die biblische Schöpfungserzählung nach Genesis 1-2,4a und die Rezeption des Textes im Hinblick auf die Frage nach dem Ursprung der Welt untersucht. Dazu kamen in einem quasi-experimentellen Drei-Gruppen-Interventionsplan mit zwei Versuchsgruppen und einer Wartegruppe (N=140) Pretest-, Posttest- und Follow-Up-Erhebungen (Fragebögen und leitfadengestützte Interviews) zum Einsatz. In einem ersten Schritt wurden in den beiden Versuchsgruppen gattungsspezifisches Wissen (vgl. BUCHER, 1990b) und Grundkenntnisse metaphorischer bzw. bildlich-symbolischer Sprache (vgl. GANSEN, 2010) im Deutschunterricht (drei Unterrichtseinheiten) modellhaft an zwei Heiligenlegenden vermittelt. Anschließend wurden in zwei methodisch und inhaltlich unterschiedlichen Treatments im Evangelischen Religionsunterricht (jeweils fünf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.