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Wörterbücher der Deutschen Gebärdensprache

Sprachspezifische Besonderheiten und deren Bearbeitung in ausgewählten Wörterbüchern

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Ulrike Thamm

Gebärdensprachwörterbücher bilden einen vergleichsweise kleinen Teil der deutschen Wörterbuchlandschaft. Diese Arbeit macht den Leser mit den Besonderheiten der DGS-Lexikografie vertraut – einer Disziplin, die unter verschiedensten Bedingungen die unterschiedlichsten Produkte hervorbringt. Im Laufe der Untersuchung wird deutlich, wie sehr soziokulturelle, sprachspezifische und sprachpolitische Gegebenheiten die einzigartige Beziehung zwischen Deutscher Gebärdensprache und Lexikografie prägen. Einige DGS- und gebärdensprachspezifische Phänomene stehen beispielhaft für die vielfältigen Besonderheiten bei der Konzeption von DGS-Wörterbüchern. Die Untersuchung einiger gängiger Wörterbücher zeigt, wie lexikografische Probleme in Print und durch elektronische Medien bearbeitet werden können.
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6. Sprachspezifische Phänomene

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Zahlreiche Lexikografen sprechen sich für die Integration fachlicher Informationen in Gebärdensprachwörterbücher aus (siehe Abschnitt 5.2). Häufig wird zudem die Aufnahme grammatikalischer Informationen ins Wörterbuch gefordert; dies ergibt sich beispielsweise aus einer Rezension des Fachgebärdenlexikons Psychologie, in der Schermer (1996:587) das Fehlen von „Informationen zur DGS-Grammatik“ kritisiert. Lexikon (i. S. v. Wortschatz) und Grammatik eines sprachlichen Systems stehen in enger Beziehung zueinander, sodass

die Beschreibung syntaktischer Regeln nicht ohne lexikalische Informationen, die Beschreibung der Lexis nicht ohne grammatische Informationen auskommt. (Konrad 2011:22)

Andere Gründe für die Inkorporation grammatikalischer Informationen in ein Wörterbuch ergeben sich aus dem Minderheitenstatus von Gebärdensprachen. Erlenkamp weist darauf hin, dass Minderheitensprachen sich häufig des Wörterbuchs bedienen, um ihre Sprache zu dokumentieren, da Lexikografen für Minderheitensprachen häufig Laien sind, denen „das Erstellen von Wörterbüchern leichter als das einer Grammatikbeschreibung“ erscheint (Erlenkamp 1998:99f.). Zudem fällt vielen Benutzern die Arbeit mit einem Wörterbuch leichter als die mit einer Grammatik (ibid.:100). Aus diesem Grund werden Wörterbücher vor allem im privaten Kontext häufig als Lernmaterial genutzt (Schäfer 1993:402).

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