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Fenster zur Welt

Interkultureller Film, marginalisierte Jugendliche und Performance-Autoethnographie

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Johann Wendel

Das Projekt Fenster zur Welt erforscht die kulturellen Praxen von marginalisierten Kindern und Jugendlichen in Brasilien, Deutschland und der Türkei, die ihre eigenen Kurzfilme erstellen und ihre Erfahrungen durch Webcam, YouTube und Blogs miteinander teilen. Die Studie stellt diese Prozesse als Performance-Autoethnographie dar, die vor allem das gesprochene Wort, das Interaktive und das Visuelle betont. In einer Perspektive der Cultural Studies und der Performance Studies hinterfragt sie die Hierarchie der an der Forschung Beteiligten und hebt die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hervor, die in Forschungsberichten ähnlicher Projekte meist zum Schweigen verurteilt sind. Somit entwickelt die Studie einen kritischen Ansatz zur Entwicklung von Praxisprojekten der digitalen Inklusion für das 21. Jahrhundert.
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2. Fenster zur Welt als Performance-Autoethnographie: Perspektiven der Forschung und Methoden der Praxis

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Im ersten Kapitel dieser Arbeit wurde zunächst eine Perspektive auf unser Projekt Fenster zur Welt entwickelt, die es in seinem historischen Kontext der Globalisierung verortet (Kapitel 1.1), unter Berücksichtigung vielfältiger Formen der Marginalisierung, aber auch des emanzipatorischen Potenzials, das die Technologien der gesellschaftlichen Peripherie bieten. Die in Kapitel 1.2 besprochenen Projekte der digitalen Inklusion zeigen vor allem, dass in der Forschung häufig eine ethnographische Perspektive fehlt, die sich tatsächlich mit den Forschungssubjekten, den Kindern und Jugendlichen, verbündet, um die Fallstricke der „teilnehmenden Beobachtung“, eine Methode, die auf den polnischen Anthropologen Bronislaw Malinowski zurückgeht und die letztlich, wie in oben benanntem Kapitel gesehen, häufig zur Perpetuierung von Stereotypen führt, zu umgehen.

Auch wenn die bisherigen Veröffentlichungen zu Fenster zur Welt (vor allem Benites, Janelas und Janelas II), ein emanzipatorisches Bündnis mit den Subjekten der Forschung erkennen lassen, wird, abgesehen von der Definition des Projekts als Forschungspraxisprojekt (Portugiesisch: „um projeto de pesquisa e ação“, Janelas), in keiner der Veröffentlichungen explizit eine ethnographische Perspektive entwickelt, die ein solches Bündnis stützt, auch wenn eine partizipative Forschungspraxis aus den Texten hervorgeht. In meiner Fortführung des Projekts in seiner dritten Phase (2009-2011) galt daher mein Interesse vor allem der Verknüpfung interdisziplinärer Theorieansätze aus den Bereichen Ethnographie, Cultural Studies und Performance Studies, um eine neue ethnographische Perspektive innerhalb der Kindheits- und Inklusionsforschung zu entwickeln. Im ersten Unterpunkt dieses Kapitels soll diese interdisziplinäre Verknüpfung vor...

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