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Fenster zur Welt

Interkultureller Film, marginalisierte Jugendliche und Performance-Autoethnographie

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Johann Wendel

Das Projekt Fenster zur Welt erforscht die kulturellen Praxen von marginalisierten Kindern und Jugendlichen in Brasilien, Deutschland und der Türkei, die ihre eigenen Kurzfilme erstellen und ihre Erfahrungen durch Webcam, YouTube und Blogs miteinander teilen. Die Studie stellt diese Prozesse als Performance-Autoethnographie dar, die vor allem das gesprochene Wort, das Interaktive und das Visuelle betont. In einer Perspektive der Cultural Studies und der Performance Studies hinterfragt sie die Hierarchie der an der Forschung Beteiligten und hebt die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hervor, die in Forschungsberichten ähnlicher Projekte meist zum Schweigen verurteilt sind. Somit entwickelt die Studie einen kritischen Ansatz zur Entwicklung von Praxisprojekten der digitalen Inklusion für das 21. Jahrhundert.
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5. Die Entwicklung der filmischen Narrative als kritische intermediale Alphabetisierung

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Die Kapitel dieser Studie vollziehen in gewissem Sinne die Entwicklung des Projekts Fenster zur Welt nach: In Kapitel 1 wurde, ausgehend von der Analyse einiger aktueller Projekte der digitalen Inklusion und der Geschichte des Projekts Fenster zur Welt bis zum Jahr 2009, das Projekt in der gegenwärtigen Debatte über die digitale Inklusion verortet, wobei aktuellen Projekten auf diesem Gebiet das Fehlen einer theoretisch fundierten Forschungsperspektive zum Ausdruck der kulturellen Produktion der Kinder und Jugendlichen innerhalb der wissenschaftlichen Arbeit attestiert wurde: In vielen Projekten bleibt die Sichtweise der Subjekte unsichtbar. In Kapitel 2 wurde mit Bezug auf die Ethnographie, die Cultural Studies und die Performance Studies eine Perspektive entwickelt, die die Rolle der Kinder als Teilhaber der Forschung mit dem Ziel des empowerment bereits der Forschungsmethodologie einschreiben soll. Kapitel 3 hat dann, unter Anwendung der in Kapitel 2 entwickelten Methodologie, die kulturellen Kontexte der verschiedenen Projektgruppen beleuchtet, während sich Kapitel 4 mit der Produktion von Bildern im interkulturellen Raum des Projekts auseinandersetzt. Während Kapitel 4 somit bereits einen Teil der kulturellen Produktion des Projekts – seine interkulturelle Alltagspraxis, die sprachlichen Phänomene sowie die gezeichneten und fotografierten Bilder – analysiert, bildet dieses interkulturelle Setting erst den Rahmen für die Produktion der Narrative, die die Kinder in den verschiedenen Projektgruppen aufbauend auf den in Kapitel 4 dargestellten Wunschbildern entwickelt haben. Kapitel 5 betrachtet nun das eigentliche Herzstück des Projekts: die Entwicklung filmischer Narrative in verschiedenen Schritten (Gruppengeschichte, Drehbuch, Storyboard, Kurzfilm).

Zunächst soll eine Konzeption kultureller Produktion...

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