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Krieg und Frieden

Kulturelle Deutungsmuster

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Edited By Samuel Salzborn and Holger Zapf

Thema des Buches ist der Zusammenhang von Krieg und Frieden, zwei Schlüsselbegriffen der Politikwissenschaft. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie kaum voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt. Was wird in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen? Inwiefern fungieren beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe? Dies bedarf nach Ansicht der Autor(inn)en einer Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden. Ihre Erforschung der Verwobenheit von Kultur mit (Ideen von) Krieg und Frieden eröffnet eine wichtige Forschungsperspektive, da sie es ermöglicht, handlungsleitende Sinnbezüge herauszuarbeiten.
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Kriegstreiberin Religion? ‚Religion und Gewalt‘ als kulturelles Deutungsmuster der europäischen Moderne

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In den aktuellen politiktheoretischen Debatten zur Frage des politischen Umgangs mit religiöser und kultureller Vielfalt und der Rolle der Religion in der Öffentlichkeit spielt das in der Theorietradition des politischen Liberalismus verankerte Konzept des öffentlichen Vernunftgebrauchs eine zentrale Rolle. Demzufolge sollen religiöse Argumentationen in (bestimmten Bereichen) der politischen Deliberation besonderen Restriktionen unterliegen. Der politische Liberalismus wird hier mit Wolterstorff (2012: 277) gefasst als „that now-familiar version of political theory, articulating and defending the liberal democratic polity, which holds that it belongs to the role of citizen in such a polity to appeal to ‚public‘ or ‚secular‘ reason for conducting debates in public on political matters and for making political decisions“. Demnach kommt allen Bürger/innen eine moralische Pflicht in Bezug auf ihr öffentliches Diskursverhalten zu: die Pflicht zum öffentlichen Vernunftgebrauch. John Rawls, Robert Audi sowie Jürgen Habermas können als wichtige Vertreter dieser politiktheoretischen Strömung angesehen werden. Begründet wird die Pflicht zum öffentlichen Vernunftgebrauch in erster Linie durch ein demokratietheoretisches Argument. Demnach erfordert es der wechselseitige Respekt der Bürger/innen als Freie und Gleiche, dass politische Positionen mittels öffentlicher Gründe gerechtfertigt werden, d.h. es sollen in bestimmten Deliberationskontexten ausschließlich Argumente ‚zählen‘, die als allgemein zustimmungsfähig gelten können.1 Religiöse Gründe können sich aus Sicht des politischen Liberalismus prinzipiell nicht als öffentliche Gründe qualifizieren, weshalb ihr Gebrauch bestimmten Beschränkungen unterliegen müsse. Allgemein verbindliche Politiken, die religiös begründet würden, führten in...

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