Show Less
Restricted access

Pragmantax II

Zum aktuellen Stand der Linguistik und ihrer Teildisziplinen- Akten des 43. Linguistischen Kolloquiums in Magdeburg 2008- The Present State of Linguistics and its Sub-Disciplines- Proceedings of the 43 rd Linguistics Colloquium, Magdeburg

Series:

Katrin Schöpe, Renate Belentschikow, Angelika Bergien and Armin Burkhardt

Dieser Band vereinigt 63 Beiträge in deutscher, englischer und französischer Sprache. Er repräsentiert ein breites Spektrum an Themen und Erkenntnissen aus verschiedenen Bereichen der Linguistik und versucht damit eine kritische Bestandsaufnahme des Faches. Die Beiträge widmen sich Fragestellungen aus den Gebieten der Grammatik, Semantik, Text- und Diskurspragmatik sowie der Angewandten Linguistik. Aufsätze zur kontrastiven Linguistik und zur Fremdsprachendidaktik runden den Band ab.
This volume contains the revised versions of 63 papers, written in German, English and French. It considers a broad spectrum of topics and findings from various areas of linguistics and thereby offers a critical review of the field. The authors address questions ranging from grammar, semantics, text and discourse pragmatics to issues from the field of applied linguistics. The volume is concluded by studies on contrastive linguistics and foreign language pedagogy.
Show Summary Details
Restricted access

Okkasionelle Wortbildungskonstruktionen und das Konzept der performativen Sprache

Extract



Kirsten Sobotta, Magdeburg

1 Vorbemerkungen

Im Folgenden werden unter dem Begriff okkasionelle Wortbildungskonstruktion komplexe Wörter gefasst, die im Verständnis einer „Langue-Linguistik“ (noch) nicht lexikalisiert sind, die also – nach Motsch (2004: 18) – „nur in Texten vorkommen und deshalb von einem Sprecher neu gebildet wurden oder von einem Hörer analysiert werden müssen“. Damit sollen okkasionelle Wortbildungskonstruktionen zunächst ausdrücklich von Neologismen unterschieden sein. Denn im dichotomen Konzept der Sprache gelten Neologismen als Wörter der Langue, die „als sprachliche Norm allgemein akzeptiert und [...] von der Mehrheit der Sprachbenutzer über eine gewisse Zeit hin als neu empfunden“ werden (Herberg/Kinne/Steffens 2004: XII). Okkasionelle Wortbildungskonstruktionen sollen darüber hinaus aber auch von Ad-hoc-Bildungen insofern abgegrenzt sein, als erstere bereits über eine gewisse Gebrauchsfrequenz verfügen können, aber im Vergleich zu Neologismen eben (noch) nicht „als sprachliche Norm allgemein akzeptiert“ (ebd.) sind. Ad-hoc-Bildungen dagegen zeichnen sich durch einen ein- bzw. erstmaligen Gebrauch aus. Demnach wird in der Begriffs-Reihung Ad-hoc-Bildung–Okkasionalismus–Neologismus von links nach rechts gesehen eine steigende Gebrauchsfrequenz und eine breiter werdende Normakzeptanz für die auf diese Art und Weise typisierten neuen Wörter einer Sprache unterstellt.1

Konzeptionell wird im Weiteren von einer diskursiven Sprachauffassung ausgegangen. Im Mittelpunkt steht das Paradigma der performativen bzw. verkörperten Sprache (vgl. S. Krämer, D. Mersch, L. Jäger u.a.), das gewissermaßen dahingehend getestet werden soll, inwiefern es geeignet erscheint, das Verstehen von neuen Wortbildungsprodukten zu erklären. Konkretes Ziel ist es...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.