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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Sprache und Generation Eine soziolinguistische Perspektive auf Sprachgebrauch: Eva Neuland

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Öffentliche Debatten und Stellungnahmen zu grundlegenden gesellschaftlichen Differenzen und oftmals Widersprüchen wie Arm und Reich, Alt und Jung1, zum Wandel von Generationen und Generationsverhältnissen sind ein brisantes Dauerthema in den Medien. Laufend werden neue Generationsbilder generiert: von ‚Generation Golf‘ zu ‚Generation Gold‘, von ‚Generation Praktikum, Revolte, Stütze…‘ bis zur ‚Generation der vielen Möglichkeiten‘.2 Die Rede ist von Generationskonflikten, -spaltungen und -kämpfen; stilisiert und kritisiert werden Phänomene wie Jugendwahn, Seniorenlawinen, Krieg der Alten und Krieg den Alten. Der Generationsbegriff erscheint als Seismograph für Gesellschafts- wie Mentalitätsanalysen.

Es ist bemerkenswert, dass der Generationsbegriff zwar „multidisziplinäre Perspektiven“3 aufweist und in den Bildungs-, Sozial- und Kulturwissenschaften eine bedeutende Rolle spielt, nicht aber in der Sprachwissenschaft, in deren Handbüchern und Grundlagenwerken er keinerlei Beachtung findet4. Selbst im dreibändigen internationalen Handbuch: Soziolinguistik (Ammon et al. 2005) findet man ihn weder unter den soziologischen Begriffen noch unter den Ergebnissen der soziolinguistischen Forschung, unter denen Cheshires Beitrag zu Alter und generationsspezifischem Sprachgebrauch eingeordnet wurden.

Sind Generationen etwa nicht durch besondere sprachliche Ausdrucksweisen gekennzeichnet, werden generationelle Konflikte oder auch Harmonien etwa nicht sprachlich ausgetragen, beeinflussen sich Generationen nicht in ihrem Sprachgebrauch – ob adaptiv oder konfrontativ? Verändern wir selbst nicht unseren Sprachstil im Lebenslauf – je nach generationeller Zugehörigkeit? Und haben bestimmte Generationen nicht entscheidende Auswirkungen auf Sprachgeschichte und Sprachwandel ausgeübt?

Welche Antworten hält die Sprachwissenschaft auf solche essentiellen gesellschaftlichen Fragen bereit? Wie behandelt sie diese Themenstellungen kate...

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