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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Generation und Wissenstraditionen in den Bildungswissenschaften: Rita Braches-Chyrek

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Der Begriff Generation erfüllt in den Wissenstraditionen der Bildungswissenschaften zwei zentrale Funktionen, zum einen geht es darum die Wissensgenerierung zu erforschen und zu erklären, also die Erzeugung und den Einsatz von Wissen zu einem bestimmten Zweck, zum anderen soll die Strukturierung von Wissen analysiert werden. Der Wissensgenerierung liegt ein handlungstheoretischer Generationenbegriff zugrunde, der individuelle und kollektive Wahrnehmungs- und Deutungsmuster beschreibt. Er setzt voraus, dass mit Generation ein klarer Inhalt beschrieben werden kann, oder dass sich dieser aus dem jeweiligen Kontext – Sozialisationserfahrungen, geteilte Erlebniswelten, die Selbstidentifikation mit einer beschriebenen Generation – erschließt (Krauss 1987, 105). Hier ist zu fragen, ob die Erfahrungen und Erlebnisse, die zu Generationenzusammenhängen geführt haben, sich schon in den Kindes- und Jugendphasen verdichten oder auch noch im Erwachsenenalter ausgeformt werden können. Außerdem ist zu klären, inwiefern kollektive Deutungsmuster die Lebensspanne einer Generation beeinflussen können.

Die Strukturierung von Wissen hingegen unterliegt dem epochalen Wandel historischer Erfahrungen und Erkenntnisse. Immer, wenn der Wirklichkeitsgehalt vergangener Ereignisse und Strukturen über das Erfahrungswissen ehemaliger Generationen hinausgeht, verändert sich auch das generationale Verhalten (vgl. Koselleck 1989, 146f.). Mit gesellschaftlich gesetzten Altersaufteilungen wird versucht das Verhältnis und die Grenzen zwischen den Generationen zu determinieren. Die dadurch produzierte gesellschaftliche Ordnung dient der Legitimation von Macht- und Herrschaftsverhältnissen, wie der Widerstreit zwischen historischen, pädagogischen und politischen Programmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigt. Es gilt also nicht zu analysieren,

„ob es so etwas wie Generation und Generationen gibt, [....] sondern mit...

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