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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Psycholinguistische Erkenntnisse zur Sprache im Alter: Bettina Lindorfer

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Sprache im Alter ist für die Sprachwissenschaft ein weitgehend unerforschtes Gebiet. Die zu diesem Thema vorliegende Forschung ist im Wesentlichen von den Kognitionswissenschaften bzw. einer gerontologisch ausgerichteten Psychologie erbracht worden (vgl. Fiehler/Thimm 1998, 10). Angestoßen durch die demographische Entwicklung hat diese Alternsforschung in den letzten 20 Jahren auch in Deutschland stark zunommen; denn immerhin ist die Lebenserwartung in den letzten 150 Jahre um 40 Jahre gestiegen und wird nach den derzeitigen Prognosen in den Industriestaaten weiterhin um zwei bis drei Jahre pro Dekade ansteigen (Gruss 2007, 13). Dieser rasanten demographischen Entwicklung hat die Sprachwissenschaft jedoch bisher nur marginal Rechnung getragen. Für sie ist der Faktor Alter im Gegenteil traditionell eher mit Jugendsprache oder mit kindlichem Spracherwerb assoziiert. Vor allem dieses Manko führt dazu, dass die folgende Darstellung in weiten Teilen auf die allgemeine Kognitionsforschung zum Altern aufbaut und deren Erkenntnisse zur Sprache auswertet; genuin sprachwissenschaftliche Studien zu diesem Thema liegen nur in Ansätzen vor. Sie sollten zukünftig noch mehr im Dialog mit den genannten Disziplinen vorangetrieben werden. Im Sinne dieses Dialogs sei diesem Beitrag eine Begriffsklärung vorangestellt, die präzisiert, was hier unter ‚Sprache im Alter‘ und unter ‚psycholinguistisch‘ verstanden werden soll.

Die vordergründige Parallelität der Ausdrücke ‚Sprache der Jugend‘ und ‚Sprache im Alter‘ erweist sich bei näherer Betrachtung als trügerisch, gerade auch was die wissenschaftliche Behandlung des jeweiligen Gegenstandes angeht: Die Forschung zu Jugendsprache fokussiert das Sprachsystem (langue) und zwar insbesondere dessen lexikalisch-semantische Eigenheiten, die...

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