Show Less
Restricted access

Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

Series:

Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
Show Summary Details
Restricted access

Familiale Kommunikation als Spracherwerbsressource: Das Beispiel argumentativer Kompetenzen: Uta Quasthoff / Antje Krah

Extract

Die Familie ist sicher der Ort, an dem Kommunikation zwischen Generationen ihren gesellschaftlich besonders relevanten Ort hat: In dieser Keimzelle ist die Tradierung von kulturellen Orientierungen und Werten und damit auch ihr allmählicher Wandel zu allererst situiert. Damit einher gehen die Konflikte, die systematisch zwischen generationsbedingt unterschiedlichen Perspektiven auf soziale Wirklichkeit und sozialen Wandel, aber auch zwischen den Lebensweisen von Jüngeren und Älteren, also Generationen i.S. biographischer Phasen, entstehen. Familien entwickeln zu allen Zeiten im Rahmen kulturell gegebener Bandbreiten unterschiedliche Stile und Praktiken, um mit diesen Anforderungen an die Kommunikation zwischen den Generationen umzugehen.

Im Rahmen der Tradierung gesellschaftlicher Praktiken durch die und in der Familie spielt die Weitergabe von Sprache eine besondere Rolle1. Es gibt keinen Theorieentwurf zur Erklärung des ‚natürlichen‘ Spracherwerbs, der nicht dem Input der ‚Erwachsenensprache‘ bzw. der Erwachsenen-Kind-Interaktion einen entscheidenden Stellenwert beim Erwerb sprachlicher Fähigkeiten durch das Kind zubilligen würde; zur Erfüllung dieser Funktion ist die Kleinfamilie in modernen Gesellschaften das prototypische soziale Format. Ein Großteil einschlägiger Forschungen zum Spracherwerb wendet sich Spracherwerbsprozessen in einem engen Sinne zu, zeigt also die Rolle früher Kommunikation zwischen den Generationen in der Familie (Motherese, Snow 1995) beim Erwerb von Lexik und Grammatik durch das Kind. Das Schwergewicht dieser Ansätze liegt auf der Aufklärung von Grundlagen der Sprachentwicklung generell und damit auf der interindividuellen Konstanz der Erwerbsprozesse. Eher sozialisatorisch als spracherwerbstheoretisch orientierte Forschungen fokussieren dagegen auf den Verschiedenheiten zwischen familialen Sozialisations- und Kommunikationsmustern und ihren, z.T....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.