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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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‚Zwei-Welten-Texte‘ Verständigung zwischen den Generationen im Deutschunterricht: Hanne Steffin-Özlük

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Die Verständigung zwischen Generationen, insbesondere zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, ist in der Vergangenheit in den Medien als Thema sehr präsent gewesen. Dabei stand die Frage im Vordergrund, ob Jugendliche überhaupt noch die gleiche Sprache sprechen wie Erwachsene. Bekannt wurde z.B. der Bericht in der BILD-Zeitung aus dem Jahr 2000 „Verstehen Sie Ihre Kinder noch?“, mit Beispielsätzen wie: „Wer sich beim Grinden mault, gilt beim den Cracks als Looser und wird zum Dissen freigegeben.“ (Neuland 2006, 224). Es wurden im medialen Diskurs zur Jugendsprache ausschließlich Probleme und vermeintliche Schwierigkeiten für die Kommunikation aufgezeigt. Die Sprache machte dabei die Konflikte zwischen den Generationen deutlich, war ein äußeres Anzeichen für die unterschiedlichen Welten von Jugendlichen und Erwachsenen.

Ein anderes Bild zeigte hingegen die linguistische Jugendsprachforschung, die sich durch die zahlreichen Publikationen der letzten Jahre (vgl. Androutsopoulos 1998; Schlobinski/Kohl/Ludewigt 1993; Neuland 2008) zu einem wichtigen Teilgebiet innerhalb der germanistischen Linguistik entwickelt hat. Aus den Studien geht hervor, dass bei der Jugendsprache nicht von einer eigenen Sprache gesprochen werden kann (Dürscheid/Neuland 2006), sondern dass es eine Reihe von heterogenen Sprachstilen gibt (Neuland 2008, 60f.), die sich v.a. durch den kreativen und spielerischen Umgang mit Sprache auszeichnen, was man auch als Bricolageprinzip bezeichnet (Schlobinski/Kohl/Ludewigt 1993, 112). Jugendliche drücken damit auf sprachlicher Ebene ihre eigene Identität aus und grenzen sich so von Erwachsenen und anderen Jugendlichen ab. Sie verfügen häufig über mehrere Sprachregister, zwischen denen sie in unterschiedlichen Kommunikationssituationen wechseln. Das zeigt sich...

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