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Ungarndeutsche Literatur

Neue Perspektiven?

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Erika Regner

Die sogenannte ungarndeutsche Literatur ist ein schwer zu handhabendes Phänomen, da ihre Bedeutung – wie oft bei deutschsprachiger Literatur außerhalb des deutschen Sprachraums – weit über ihre rein literarische hinausgeht. Der Band wirft einen zeitgenössischen Blick auf diese Literatur und zeigt so die Ursachen und Gefahren der Diskrepanz auf. Die jüngste Generation ungarndeutscher Schriftsteller, die seit 2000 publiziert und bisher kaum literaturwissenschaftliche Beachtung fand, bildet den Ausgangspunkt: Ihr Schaffen wird gemeinsam mit dem ungarndeutschen Literaturbetrieb analysiert und theoretisch kontextualisiert. Dies gibt Aufschluss über die besondere Situation der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn hinsichtlich Sprachgebrauch, Schulbildung und Identitätskonstruktion.
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11. Autoreninterviews

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11. Autoreninterviews

Im Dezember 2011 wurde im Zuge der Forschungsarbeit für vorliegende Arbeit eine Umfrage unter den gegenwärtig aktiven jüngsten Vertretern der ungarndeutschen Literatur durchgeführt. Der Fragebogen wurde an Christina Arnold, Andrea Czövek, Laura Kolbach, Angela Korb, Mónika Szeifert und Stefan Valentin ausgesandt. Zusätzlich wurden auch Erika Áts, Robert Becker, Koloman Brenner und Robert Hecker als Vertreter der mittleren Generation angeschrieben, um Vergleichswerte zu erhalten. Das Ergebnis fiel vergleichsweise bescheiden aus: Nur vier der zehn Autoren nahmen an der Umfrage teil, nämlich Arnold, Czövek und Szeifert sowie Hecker.254 An dieser Stelle sollen kurz die Antworten der jungen Autorinnen präsentiert werden.

Arnold und Czövek kamen beide bereits in der Grundschule mit der ungarndeutschen Literatur in Kontakt – während für Arnold jedoch erst das spätere Germanistikstudium wirklich prägend war, war es für Czövek ein leibhaftiger Kontakt: Josef Michaelis, der Autor, war ihr Geschichtslehrer. Szeifert hingegen wurde erst im Klara Leöwey Gymnasium Pécs, wo sie den deutschen Nationalitätenklassenzug besuchte, mit der ungarndeutschen Literatur konfrontiert, bezeichnet jedoch auch die Studienzeit in Pécs als diesbezüglich prägend, als sie Kurse über die ungarndeutsche Literatur belegte, ihre Diplomarbeit über einen ungarndeutschen Autor verfasste und mit dem ungarndeutschen Literaturbetrieb in Berührung kam. Das tatsächlich erste oder prägendste Werk ungarndeutscher Literatur, das den Autorinnen als solches in Erinnerung geblieben ist, war für Arnold und Szeifert Engelbert Rittingers Gedicht „Ich...

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