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Probleme der Librettoübersetzung

Am Beispiel von Mozarts Oper "Le nozze di Figaro</I>

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Wiebke Langer

Probleme der Librettoübersetzung setzt den Fokus auf eine in der Forschung lange Zeit vernachlässigte Gattung, das Libretto. Auch die Librettoübersetzung nimmt wenig Raum ein in den Wissenschaften. Die Analyse dreier Übersetzungen ins Deutsche zu Mozarts Oper Le nozze di Figaro veranschaulicht die besondere Schwierigkeit dieser Übersetzungsart. Durch die enge Verzahnung des Librettos mit der Musik (Metrik, Reim, Rhythmus) muss der Übersetzer stets Kompromisse eingehen. Musik und Sprache haben einige Berührungspunkte, beide können etwa nach semiotischen und suprasegmentalen Aspekten untersucht werden. Die Arbeit ist an der Schnittstelle von Sprach-, Übersetzungs- und Musikwissenschaft zu verorten. Dank ihrer Funktion als nationale Kulturträger sind Opernübersetzungen auch heute noch von großer Bedeutung.
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6 Fazit

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6 Fazit

Bis eine Oper ihre Feuertaufe erleben darf, ist es meist ein langer und manchmal auch steiniger Weg. Der Schöpfungsprozess steht immer im Spannungsfeld der Rechte von Sprache und Musik. In vorliegender Arbeit ist aufgezeigt worden, welch unterschiedliche Gewichtung den einzelnen Komponenten der Oper im Laufe der Geschichte zuteilwurde.

Für die Rezeption einer fremdsprachigen Oper sind die Librettoübersetzungen lange Zeit unentbehrlich gewesen. Sie wurden – je nach Zeitgeist – dem Original mal mehr, mal weniger gerecht. Fakt ist, dass beim Übersetzen sangbarer Texte bestenfalls Kompromisslösungen entstehen, da eine Oper aufgrund der zahlreichen ihr innewohnenden, miteinander verknüpften Parameter niemals eins zu eins übertragen werden kann. Beim Übersetzen von Opern müssen also leider Abstriche gemacht werden.164 ← 157 | 158 →

Ferner ist deutlich geworden, dass Librettoübersetzungen (mehr noch als herkömmliche Übersetzungen) stets auch eine Interpretation, eine persönliche Ausdeutung des Werkes darstellen. In ihren Übersetzungen der Oper Le nozze di Figaro verfolgten Levi, Anheisser und Gschwend sehr unterschiedliche Ansätze. Levi hatte eine romantisierende Auffassung von Oper, diametral dazu steht Anheissers Versuch, dem Musikdrama einen realistischeren Unterton zu geben. Gschwend bemüht sich in ihrer Fassung (meist) um eine möglichst natürlich anmutende Sprache. Ihre Wortwahl und Diktion sind für ein heutiges Publikum wohl eingängiger als beispielsweise Levis. Der Zuhörer stößt sich nicht an veralteten Wendungen (Operndeutsch), die eine zeitgemäße Rezeption häufig unmöglich machen. Dafür musste Gschwend in ihrer...

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