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Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

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Edited By Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
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Eine Untersuchung zu zyklischen Einbindungen des Sängerwettstreits zwischen Väinämöinen und Joukahainen: Christian Niedling

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In seinem Aufsatz „The Quest for the Long Epic“ führt Honko (2003, 191) sieben Faktoren an, die wichtig bei der Entstehung eines langen Epos sind: Dies ist zunächst der Wunsch eines Individuums nach einem solchen Format, eine entsprechende poetische Kultur, ein direktes Modell, ein angemessener Performanz-Modus, die Möglichkeit der variablen Textbildung, ein passender Kontext sowie eine Plot-Strategie. Honko fügt hinzu, dass seine Kollegin Anna Leena Siikala in der Diskussion dieser Faktoren fragte, ob nicht der wichtigste Faktor vergessen wurde. Sie meinte damit eine „interessante Geschichte“. Die so mitgeteilte Anekdote wäre noch treffender, wenn statt „interessant“ das Adjektiv „überlieferungswürdig“ gewählt worden wäre.

Im vorliegenden Beitrag soll es allerdings nicht um die Entstehung eines langen Epos gehen, da ein solches in den Sängergebieten Kareliens und Ingermanlands nicht entstanden oder zumindest nicht von einem Sammler aufgezeichnet wurde (zu einer Ausnahme siehe unten Punkt 6). Dennoch sollen – ähnlich wie bei Honko – vor dem Hintergrund der im Folgenden formulierten Fragestellung Faktoren zusammengetragen werden, die weitere Schritte bei der Arbeit an einem Promotionsprojekt ermöglichen, das im Folgenden kurz umrissen werden soll.

Der Dissertation mit dem Arbeitstitel „Zur Typologie von Textvarianten in heldenepischem Erzählen“ lag als Ausgangspunkt die Frage des Verschriftlichungsprozesses des Nibelungenliedes zugrunde. Dessen mündliche oder möglicherweise auch in textueller Repräsentation bestehende Vorstufen sind nicht mehr fassbar, müssen jedoch in verschiedenen Varianten umgelaufen sein (vgl. Niedling 2011, 224). Aus dem für die Dissertation ausgewählten Korpusmaterial...

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