Show Less
Restricted access

Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

Series:

Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
Show Summary Details
Restricted access

Mythos, Psychologie und das Unerklärliche Die Modernität von E. T. A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“: Liisa Steinby

Extract

E. T. A. Hoffmanns Roman „Lebens-Ansichten des Katers Murr“ (1819–1821) wird allgemein als Vorbote des literarischen Modernismus des 20. Jahrhunderts anerkannt. Als Begründung gilt seine fragmentarische Form, durch die die einfache Erzählbarkeit des Lebens einer Person in Frage gestellt wird (siehe z. B. Steinecke 1977/1978/1979; Segebrecht 2006, 140). Der frühere Roman Hoffmanns, „Die Elixiere des Teufels“ (1815–1816), erscheint diesem gegenüber auf weit traditionelleren Pfaden fortzuschreiten. Nach allgemeiner Ansicht orientiert er sich am Vorbild des gotischen Schauerromans, insbesondere Matthew Gregory Lewis’ „The Monk“ (1796), der Greuelgeschichte eines verbrecherischen Mönchs. In den „Elixieren des Teufels“ häufen sich tatsächlich verbotene Liebesbeziehungen, Gewalt, Mord, Geistererscheinungen und falsche oder ungewisse Identitäten in einer dem Schauerroman ähnelnden Weise. Es wird zwar allgemein anerkannt, dass die psychologische Dimension der Ereignisse hier wesentlich tiefer ist, aber dennoch kann der Eindruck entstehen, dass die traditionelle Form des Schauerromans bewahrt wird (siehe z. B. Olson 1978; Nehring 1992/1993). Diese besteht aus einem verwickelten Plot voller Spannungsmomente, unerwarteter Wendungen und dramatischer Szenen, wobei alles, was zunächst rätselhaft erscheint, am Ende in seiner wahren Beschaffenheit gezeigt wird. Es kommt mir hier jedoch darauf an zu zeigen, dass im Unterschied zu den Schauerromanen von Horace Walpole, Ann Radcliffe und Matthew Gregory Lewis vom Ende des 18. Jahrhunderts der Plot in den „Elixieren des Teufels“ nur scheinbar „geschlossen“ ist in dem Sinne, dass der Verlauf und der Charakter der Ereignisse am Ende nicht eindeutig festgelegt wird. Das tiefere Eindringen in die Psychologie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.