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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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VI. Das Buch der Anfänge

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In seinem geschichtlichen Abriss De institucione ordinis domus Theutonicorum, seinerseits Abschnitt 1 des ersten Teils De origine ordinis domus Theutonice (Chronik.1,1), nimmt der Chronist diese bezeichnenden Elemente auf: „Sicque institutus et confirmatus et multis privilegiis dotatus est venerandus ille militaris ordo fratrum hospitalis sancte Marie domus Theutonicorum Ierosolimitani. Hec est vinea Domini Sabaoth, quam tu, Jesu Criste, instituisti fuistique dux itineris in conspectu eius.“ (So wurde der ehrwürdige Ritterorden der Brüder des Hospitals St. Marien des Hauses der Deutschen zu Jerusalem begründet, bestätigt und mit vielen Privilegien ausgestattet. Dies ist der auserwählte Weingarten des Herrn Zebaoth, den du, Herr Jesus eingerichtet hast, und du warst der Führer vor ihm auf seinem Wege). Die Wahl der Metapher ist eindeutig. Im Alten Testament wird Israel mit einem von Gott gepflanzten Weinberg verglichen305, ebenso das messianische Reich306 Die Chronik fährt fort: „Hec reverenda milicia non solum in terra est ab hominibus confirmata, verum etiam typo celi et terre multipharie prefigurata.“ (Diese ehrwürdige Ritterschaft ist nicht nur auf Erden von den Menschen bestätigt, sondern auch im Himmel und auf der Erde als Urbild („Typus“) vielfältig vorausgebildet („praefiguriert“).

Diese Präfiguration des Ordens war sichtlich das Stichwort für die Einfügung eines für das Selbstverständnis des Ordens bedeutsamen, aber der Deutung bedürftigen Abschnitts aus den Statuten des Deutschen Ordens, in dem dieser Anspruch vorformuliert war.

Von prefigurata an bis zum Ende des Kapitels von der Ordensgr...

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