Show Less
Restricted access

Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
Show Summary Details
Restricted access

XII. Im Blickfeld der Staufer

Extract

Aus der Narratio erfahren wir von dieser zweiten Phase: Die Bürger aus Bremen u. Lübeck sorgten mit großem und demütigen Eifer für das Spital bis zur Ankunft des erlauchten Herzogs Friedrich von Schwaben, des Sohnes Kaiser Friedrich Barbarossas.645 Man versteht, dass mit der Ankunft des Herzogs Friedrich von Schwaben, Anführer des dezimierten deutschen Kontingents vor Akkon, organisatorische Veränderungen bei dem Hospital eintraten. Das Hospital war aus dem Nichts gestartet; anfänglich gehörte ihm nicht einmal der Grund und Boden auf dem es stand (nullus enim tunc temporis possessiones seu terras in mundo habebant. Locus eciam, in quo tunc manebant, ad eos non spectabat), doch es hatte Spenden empfangen, die den Betrieb sicherten, und es leistete bei aller Beschränktheit wirkliche Hilfe. Gerade darum hat es wohl nicht nur die regenerationsbedürftigen Ankömmlinge beeindruckt. Als Provisorium, ohne wenigstens die Aussicht auf feste Installationen, hätte es wahrscheinlich die Belagerungszeit nicht überlebt. König Guido hatte dem Spital die Übertragung eines armenischen Hospitals in der (noch zu erobernden) Stadt versprochen.646 Die Hanseaten aber wollten nach Hause zurückkehren (patriam suam revisere intenderent), nachdem sie ihre Kreuzzugsverpflichtungen647 erfüllt hatten. Herzog Friedrich hingegen hat offenbar erkannt, dass hier Prestige zurück zu gewinnen, vielleicht sogar ein Stützpunkt für staufische Politik im Orient zu etablieren war. Er habe nach der Narratio die Übertragung des Hospitals mitsamt dem Spendenaufkommen (cum omnibus elemosinis, que sufficientes erant, et attinenciis presentarunt) an seine Familiaren, seinen Kaplan Konrad...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.