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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XIX. Miles und Militia nach St. Bernhards Modell

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Bernhard hat mit seinem Manifest Liber ad milites Templi. De laude novae militiae149 (wahrscheinlich kurz vor 1130)1166 seinem Verwandten, der unentwegt für ← 270 | 271 → den Fortbestand seiner Gemeinschaft eintrat und warb,1167 nicht nur die erwünschte Legitimation ausgestellt, er hat der aus der gregorianischen Reform heraus erwachsenen Idee vom miles Christianus, dem Ritter Christi über Gregors VII. militia, über Urbans II. Kreuzzugsaufruf hinaus die rhetorisch wirkungsvolle Form1168 gegeben, zugleich eine Art Speculum1169 für Ordensritter. Aber De laude war mehr als das. Der Text war mehrschichtig, wie Predigten im Mittelalter angelegt waren; er entwarf visionär eine neue Lebensform, die der neuen Ritterschaft, spirituell wie praktisch (s. Kapitel I–IV der Schrift), er rechnete gnadenlos mit dem Rittertum der Vergangenheit ab und schuf so den Kontrast (Kapitel II), um dann zu einer meditativen Schau des Heiligen Landes überzugehen (Kapitel V–X). Den Schluss, der an das Heilige Grab anknüpfte, bildete predigtkonform eine Erlösungslehre (Kapitel XI) mit einem, den Orten Bethfage und Bethanien gewidmeten Anhang (Kapitel XII und XIII). Bernhard hat den Wunsch des Templermeisters übererfüllt. Die Schrift sollte den bis dahin angefochtenen Status der Mönchs-Ritter theologisch sanktionieren; sie geht in die Offensive mit einer an die prophetische Sprache der Bibel anklingenden Proklamation der Neuen Ritterschaft1170: „Novum militiae genus ortum nuper auditur in terris, et in illa regione, quam olim in carne praesens visitavit Oriens ex alto, ut unde tunc in fortitudine manus suae tenebrarum principes exturbavit, inde et modo ipsorum satellites, filios diffidentiae,...

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