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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXIII. Im Vergleich

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Bernhard steht theologisch dem Neuen Testament näher als der Ordenskaplan und die anderen, um díe geistliche Waffenrüstung bemühten Autoren. Er richtet seine Leitgedanken konsequent an der Gestalt und an der Lehre des Christus aus. Er bemüht dabei weder das Alte Testament noch die Kirchenväter. Der Glaube ist die Rüstung der Seele ([…] sic animum fidei lorica induitur).1640 Der Glaube ist unteil ← 387 | 388 → bar; er bestimmt das ganze Christenleben. Der Glaube ist nicht gleich der Summe der Tugenden, sondern er hat eine andere, auf Christus gerichtete Qualität. So ist wenigstens hier der Heilsweg, der zur ewigen Seligkeit führt, für den Zisterzienserabt keine Himmelsleiter1641 mit den Tugenden als Sprossen. Eher ist die Reise dahin ein Opfergang, bei dem das irdische Leben eingesetzt wird um das ewige zu gewinnen. Bernhards Gedanken kreisen um den Tod, in den er die Ritter schickt, und den er als Märtyrertod anerkannt haben will. Sein an der Hl. Schrift geschärftes Gewissen warnt ihn davor, leichthin jeden Tod im Kampf mit den Feinden des Kreuzes als Märtyrertod zu feiern. Verbürgt wird die Sicherheit, die Märtyrerkrone zu erlangen, durch ein reines Gewissen. Um dieses zu bewahren, bedarf es der spirituellen Rüstung. Bernhards hermeneutisches Problem bei der Abfassung von De laude war es, die urchristliche Gesinnung, die so eindeutig in der Bergpredigt zum Ausdruck kommt (und der nahezukommen das Ideal der monastischen Existenz gewesen war), auf Geist und Ethos seiner neuen Militia hin zu...

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