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Gottes Gerechtigkeit und Evangelium im Römerbrief

Die Rechtfertigungslehre des Paulus im Vergleich zu antiken jüdischen Auffassungen und zur Neuen Paulusperspektive

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Jacob Thiessen

In Bezug auf den Römerbrief des Paulus werden nach wie vor intensive kontroverse Diskussionen geführt. Besonders das Thema Rechtfertigung wurde durch die Neue Paulusperspektive noch wesentlich verstärkt. Diese Studie zeigt die Entwicklung hin zur «neuen Perspektive» auf und legt eine alternative Deutung vor, indem sie sich anhand von zentralen Texten des Römerbriefs mit dem Gedankengut der «neuen Perspektive» exegetisch auseinandersetzt. Auch der «jüdische Kontext» der paulinischen Ausführungen wird untersucht und mit den Aussagen des Apostels verglichen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die paulinische «Rechtfertigungslehre» sowohl wichtige soteriologische als auch ekklesiologische Aspekte beinhaltet, die weder getrennt noch gegeneinander ausgespielt werden sollen.
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3. Abfassungumstände, Hintergrund und Thema des Römerbriefs

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3.Abfassungumstände, Hintergrund und Thema des Römerbriefs

3.1.Zur Frage nach „dem Judentum“ im Kontext des Römerbriefs

Während es im Galaterbrief vor allem um eine Auseinandersetzung mit judaisierenden Christen handelt, welche von den Heidenchristen verlangten, sich beschneiden zu lassen, scheint Paulus im Römerbrief „den Juden schlechthin“ (indirekt) anzusprechen (vgl. z. B. Röm 2,17ff.; 3,27ff.; 4,1). Die Frage nach einem (möglichen) Hintergrund „des Judentums“ stellt sich z. B. in Bezug auf das „Rühmen“ (vgl. Röm 2,17.23; 3,27; 4,2) oder die „Werke des Gesetzes“ (vgl. Röm 3,20), welche der Apostel im Römerbrief als möglichen Heilsweg ablehnt. Welches aber ist „das Judentum“, das dabei angesprochen wird? Gibt es dieses Judentum überhaupt?1 Und welche Bedeutung hat es für die neutestamentliche Wissenschaft?2

Damit verbunden ist auch die Frage nach dem Alter der jüdischen Quellen3 und der Kontinuität zwischen dem Frühen und dem rabbinischen Judentum. Zur letzteren Frage bemerkt Stemberger:

„Die Frage der Kontinuität zwischen der Zeit des Tempels vor 70 und der rabbinischen Periode ist wohl gravierender. Wenn etwa hundert Jahre nach den letzten Schriften, die noch der Tradition des Zweiten Tempels zuzuschreiben sind, mit der Mischna das Absiswerk des rabbinischen Judentums abgeschlossen wird, hat sich doch Gravierendes verändert, als dass wir es noch mit der Formel vom ,pharisäisch-rabbinischen Judentumʽ so ohne weiteres vereinheitlichen dürfen. Hier die Linien von Kontinuit...

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