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Gottes Gerechtigkeit und Evangelium im Römerbrief

Die Rechtfertigungslehre des Paulus im Vergleich zu antiken jüdischen Auffassungen und zur Neuen Paulusperspektive

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Jacob Thiessen

In Bezug auf den Römerbrief des Paulus werden nach wie vor intensive kontroverse Diskussionen geführt. Besonders das Thema Rechtfertigung wurde durch die Neue Paulusperspektive noch wesentlich verstärkt. Diese Studie zeigt die Entwicklung hin zur «neuen Perspektive» auf und legt eine alternative Deutung vor, indem sie sich anhand von zentralen Texten des Römerbriefs mit dem Gedankengut der «neuen Perspektive» exegetisch auseinandersetzt. Auch der «jüdische Kontext» der paulinischen Ausführungen wird untersucht und mit den Aussagen des Apostels verglichen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die paulinische «Rechtfertigungslehre» sowohl wichtige soteriologische als auch ekklesiologische Aspekte beinhaltet, die weder getrennt noch gegeneinander ausgespielt werden sollen.
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5. Sünde, Erlösung und Wiederherstellung nach N. T. Wright, dem antiken Judentum und im Römerbrief – abschließende Gedanken

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5.Sünde, Erlösung und Wiederherstellung nach N. T. Wright, dem antiken Judentum und im Römerbrief – abschließende Gedanken

Nach Ines Pollmann ist das „entlutheranisiete Paulusbild der ‚New Perspective’ … forschungsgeschichtlich gesehen ein Wiederaufleben des Paulusbilds der liberalen Theologie Anfang des 20. Jahrhunderts (W. WREDE und A. SCHWEITZER)“.1 Wie die Übersicht gezeigt hat, handelt es sich jedoch nicht nur um ein „Wiederaufleben“, sondern mehr oder weniger um eine kontinuierliche Entwicklung. Bereits im Jahr 1897 hatte Paul Wernle der Rechtfertigungslehre des Paulus relativiert, indem er behauptete, dass diese „lediglich der Heidenmission“ diene.2 Diese These ist später von verschiedenen christlichen Theologen in ähnlicher Form wiederholt worden. Die Rechtfertigungslehre des Paulus wird nicht als Kritik der „Selbstgerechtigkeit“ der Juden verstanden, sondern als Bestätigung, dass auch die Nichtjuden zum Volk Gottes gehören, auch wenn sie die „Werke des Gesetzes“ im Sinn von „Grenzmarkierungen“ wie z. B. die Beschneidung und das Einhalten von jüdischen Essensvorschriften nicht erfüllen. Dementsprechend werden die Ausfürhungen über die Rechtfertigung nicht als soteriologische, sondern als ekkesiologische Aussagen verstanden. Rechtfertigung ist für Wright somit „die Deklaration, dass die Betreffenden Christ geworden sind“3 bzw. „God’s declaration that certain persons are members of the covenant people, that their sins have been dealth with“4. Er geht soweit, dass er behauptet: „Wenn das Bekenntnis ‚Jesus ist Herr’ abgelegt wird, erklärt Gott, dass diese Person, die (vielleicht zu ihrer eigenen Überraschung) das Evangelium glaubt, dadurch als jemand gekennzeichnet ist, der sich innerhalb der wahren...

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