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Deutsch in Mittelosteuropa nach 1989

25 Jahre Germanistikstudiengänge, Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke und DaF-Unterricht

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Edited By Ellen Tichy and Viktoria Ilse

Die Wende brachte nicht nur für Mittelosteuropa (MOE) einschneidende Veränderungen in politischer wie bildungspolitischer Hinsicht. In vielen dieser Länder war Deutsch nach der Wende eine der wichtigsten Fremdsprachen an Schulen, in der Lehrerausbildung und an den Universitäten. Autorinnen und Autoren aus Estland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau beteiligen sich mit insgesamt 18 Beiträgen aus den mittelosteuropäischen Ländern. Thematisch zu gruppieren sind die Beiträge zu den folgenden sechs Schwerpunkten: Studiengänge der Germanistik an Universitäten, die Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke, das Fremdsprachenangebot an Schulen – vor und nach der Wende, Deutsch als Fachsprache und Beiträge, die die allgemeine Entwicklung von Deutsch als Fremdsprache unter diversen Aspekten in ihren Ländern skizzieren.
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Deutsch als Fremdsprache – vor und nach der Wende in Ungarn

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Katalin Petneki & Anna Szablyár/ Ungarn

Wenn man sich einen Überblick über die Geschichte bzw. Entwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache in Ungarn verschaffen möchte, findet er zahlreiche Quellen (z. B. Bassola 1995, Földes 1992, Hessky 1993, Krumm, 1999, Schmidt 1995, Szablyár 1992, 19951) aus den 90er Jahren, sowohl auf Deutsch als auch auf Ungarisch. Darunter geht eine Studie (in ungarischer Sprache) auf die Entwicklung des Faches, vom Kriegsende 1945 bis Ende der 90er Jahre, in vielen Bereichen des Fachgebiets reflektiv ein (Szablyár 1998). Mit der ausklingenden Euphorie Ende der 90er Jahre ging die Zahl der Publikationen zu diesem Thema aber zurück, die AutorInnen haben sich eher aktuellen Themen zugewandt. Seit der Wendezeit sind nun schon etwa 25 Jahre vergangen. So lohnt es sich, die Entwicklungstendenzen aus heutigem Blickwinkel erneut in groben Zügen zu überblicken.

25 Jahre im Spiegel der Zahlen

Ende der 80er Jahre war die Unzufriedenheit mit den Sprachkenntnissen der ungarischen Bevölkerung und der Effektivität des schulischen Fremdsprachenunterrichts deutlich spürbar. In den Schulen wurde bis 1989 Russisch obligatorisch als erste Fremdsprache vermittelt und in Gymnasien und einigen Grundschulen konnte man dazu noch eine weitere Fremdsprache wählen. Da aber die Stundenzahl meist recht gering war, konnte man sich eine sog. westliche Fremdsprache im öffentlichen Schulunterricht kaum aneignen. Wer eine Sprache erlernen wollte, besuchte also einen Sprachkurs oder nahm Privatstunden, unabhängig vom Unterrichtssystem. Der Maßstab, woran die Sprachkompetenz der...

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