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Deutsch in Mittelosteuropa nach 1989

25 Jahre Germanistikstudiengänge, Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke und DaF-Unterricht

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Ellen Tichy and Viktoria Ilse

Die Wende brachte nicht nur für Mittelosteuropa (MOE) einschneidende Veränderungen in politischer wie bildungspolitischer Hinsicht. In vielen dieser Länder war Deutsch nach der Wende eine der wichtigsten Fremdsprachen an Schulen, in der Lehrerausbildung und an den Universitäten. Autorinnen und Autoren aus Estland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau beteiligen sich mit insgesamt 18 Beiträgen aus den mittelosteuropäischen Ländern. Thematisch zu gruppieren sind die Beiträge zu den folgenden sechs Schwerpunkten: Studiengänge der Germanistik an Universitäten, die Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke, das Fremdsprachenangebot an Schulen – vor und nach der Wende, Deutsch als Fachsprache und Beiträge, die die allgemeine Entwicklung von Deutsch als Fremdsprache unter diversen Aspekten in ihren Ländern skizzieren.
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Zum Deutschlandbild in polnischen DaF-Lehrwerken nach der Wende

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Sebastian Chudak/ Polen

Einführung

Lehrwerke, d.h. „strukturierte, publizierte Text- und Übungsangebote für Unterricht oder Einzelstudium, die i.d.R. auf einem methodisch-didaktischen Gesamtkonzept basieren“ (Funk 2010: 188), bilden einen festen Bestandteil des sog. „glottodidaktischen Gefüges“ (Pfeiffer 2001: 21). In der heutigen Zeit handelt es sich dabei um mehr oder weniger komplexe Materialien- bzw. Medienpakete, die als Software oder Leitmedium in Lehr- und Lernprozessen fungieren, da sie über Lernziele, -inhalte, Progression, Sozialformen u.v.m. entscheiden und somit zweifelsfrei einen sehr starken Einfluss auf den Verlauf und die Qualität dieser Prozesse haben (vgl. Chudak 2007: 137ff.).

An Lehrwerke werden entsprechend hohe Anforderungen gestellt. Die Kriterien der Lehrwerkevaluation bzw. die bei der Konstruktion von Lehrwerken zu berücksichtigenden Aspekte, sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende (vgl. Neuner 1994: 9ff.), werden von Fachdidaktikern immer wieder neu diskutiert und modifiziert. Es werden dabei die neuesten Erkenntnisse der Fremdsprachendidaktik und ihrer Bezugswissenschaften miteinbezogen. Letzteres hat zur Folge, dass in modernen Lehrwerken u. a. der Einsatz von die Sprachbewusstheit fördernden Verfahren, Differenzierungsangebote oder Inhalte, die die Lernerautonomie fördern (darunter vor allem Lernstrategietrainingsangebote), nur in den seltensten Fällen vermisst werden. Nichtsdestotrotz gibt es zwischen den einzelnen Lehrwerken teilweise große qualitative Unterschiede und es wird immer wieder erneut über Fragen diskutiert, über die man denken könnte, dass sie längst geklärt seien. So z. B. fordert Miajala in ihrem 2007 veröffentlichten Beitrag, dass die Grammatik in Lehrwerken „spielerisch, klar, strukturiert und mit...

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