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Zum Ausdruck von Intentionen in deutschen und polnischen Geschäftsbriefen aus kontrastiver Sicht

Eine textlinguistische Untersuchung

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Iwona Szwed

Wirtschaftlicher Erfolg hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, den Geschäftspartner zu überzeugen und zu einer erwünschten Handlung zu animieren. Die Autorin analysiert deutsche und polnische Geschäftsbriefe im Hinblick auf den Ausdruck von Intentionen der Verfasser. Eine breite Palette unterschiedlicher Originalbriefe wird textsortenlinguistisch beschrieben und mit Methoden der Illokutionsstrukturanalyse empirisch vergleichend untersucht. Die Ergebnisse werden im Lichte aktueller textanalytischer Ansätze diskutiert. Zudem werden sprachliche Mechanismen des Argumentierens und Motivierens des Partners in der polnischen und deutschen Geschäftspraxis aufgezeigt und miteinander kontrastiert. Daraus ergeben sich relevante Einsichten für die interkulturelle Unternehmenskommunikation.
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4 Zu Handlungsstrukturen von Texten

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Da in dieser Arbeit von der Annahme ausgegangen wird, man handelt mit und durch Sprache, ist das soziale sprachliche Handeln hier zwangsläufig einer der Grundbegriffe. Texte sind dabei Mittel der sprachlichen Handlung, daher weisen sie auch bestimmte Handlungsstrukturen auf. Bei der Aufdeckung dieser Strukturen ist unbedingt auf die angelsächsische Sprachphilosophie (Ordinary Language Philosophy) von Austin und Searle sowie deren Nachfolger bzw. auch Kritiker zurückzugreifen.

Man kann sich natürlich an dieser Stelle die Frage stellen, warum die heute ziemlich oft kritisierte Sprechakttheorie immer noch Ausgangspunkt vieler linguistischer Untersuchungen ist. Es stimmt zwar, dass sie viele Aspekte der linguistischen Analyse auβer Acht gelassen hat, sie eignet sich jedoch besonders gut dazu, eine Grundlage für die Untersuchung von Gebrauchstexten wie Geschäftsbriefe zu sein. Auf die Begründung dieser These wird im weiteren Text des vorliegenden Kapitels noch näher eingegangen.

Die pragmatische Wende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hatte in der Sprachwissenschaft eine Umorientierung der Zeichenperspektive auf ein funktionsbezogenes Herangehen an Texte129 zur Folge. Man kam zu dem Schluss, dass Sprache den Menschen dazu dient, bestimmte Zwecke zu erreichen, man handelt also, und zwar zielbewusst, indem man spricht. Die Zielkomponente wurde zu einer wichtigen Grundlage der Sprechakttheorie. Bei der Herausbildung der Sprechakttheorie war ebenso die Grundthese Wittgensteins ausschlaggebend, dass die Bedeutung von Äuβerungen durch ihren Gebrauch mitbestimmt wird, obwohl sich ein direkter Einfluss Wittgensteins auf Austin nicht eindeutig nachweisen lässt (vgl. Heinemann/ Heinemann 2002: 39).

Es sei...

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